Versandkosten-Pauschale

E-Commerce By Juli 18, 2017 Tags: , , , 2 Comments

Ab und an werde ich von Kunden gefragt, warum meine Versandkosten denn so hoch sind, „das Porto ist doch viel billiger“. Ich fasse solche Anfragen keineswegs böse auf, die meisten Kunden wissen einfach nicht, was neben dem Porto außerdem für Kosten für uns Verkäufer anfallen. Ich versuche den Kunden die berechneten Versandkosten dann möglichst transparent aufzuzeigen, bislang ausnahmslos fanden dies alle Kunden interessant und bedankten sich höflich für die Information. Die folgende Berechnung (siehe Abbildung) könnt ihr euren Kunden gerne ebenfalls zur Verfügung stellen. Im heutigen Beitrag möchte ich euch aufzeigen, was es bei den Versandkosten zu beachten gibt und wie sich meine Versandkosten-Pauschale zusammensetzt.

Die rechtlich korrekte Angabe von Preisen ist im Online-Handel in der Preisangabenverordnung geregelt. In dieser wird auch festgelegt, dass ggf. anfallende Versandkosten transparent aufgezeigt werden müssen. Werden Versandkosten berechnet, so muss angegeben werden, dass der Endpreis mit Hinzurechnung dieser Versandkosten erhoben wird (z.B. „zzgl. Versandkosten),1 dieser Hinweis sollte mit einer Versandkostenübersicht verknüpft sein.2 Fallen keine zusätzlichen Versandkosten an, so muss dies in gleicher Weise dargestellt werden (z.B. „keine Versandkosten“ oder „inkl. Versand“).
Wie hoch die jeweiligen Versandkosten sind, kann individuell vom Verkäufer selbst festgelegt werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Variante ist es, nur das reine Porto zu berechnen und alle weiteren Bestandteile (Verpackung etc.) in den Artikelpreis einzurechnen. Das Angebot eines kostenlosen Versands wäre eine weitere Möglichkeit, dabei werden alle anfallenden Kosten in den Produktpreis einkalkuliert. Ich bevorzuge die Verwendung von Versandkosten-Pauschalen, dabei werden alle Kosten, die mit Verpackung und Versand in Zusammenhang stehen, in diese Pauschale eingerechnet. Ich empfinde diese Variante als am transparentesten, da die Preisbestandteile der Lieferung nicht dem Produktpreis zugerechnet werden, sondern dort erhoben werden, wo sie auch tatsächlich anfallen. In der Abbildung seht ihr eine Beispiel-Berechnung für einen Großbrief. Je nachdem, ob ich im Karton oder im Umschlag versende (dies ist vom Produkt abhängig), ändert sich der Preis, daher bildet meine Pauschale einen Mittelwert aus beiden Varianten. Die Fahrtkosten zur Post habe ich mit 0,00 € angesetzt, da für mich in dieser Hinsicht keine Kosten anfallen. Entstehen bei euch jedoch Kosten (z. B. weil ihr mit dem Auto fahrt), dann solltet ihr diese Kosten ebenfalls einkalkulieren. Weiterhin ist zu erwähnen, dass auch auf Versandkosten Umsatzsteuer abgeführt werden muss (Es sei denn man hat den Kleinunternehmerstatus gemäß § 19), im Porto ist jedoch keine Umsatzsteuer enthalten, es kann daher keine Vorsteuer abgezogen werden.

berechnung_versandkostenpauschale

Zusammenfassend ist zu sagen, dass alle anfallenden Kosten in Bezug auf die Lieferung dem Kunden auferlegt werden, dies kann im Produktpreis oder in den separat aufgeführten Versandkosten geschehen.

1 Vgl. § 1  Abs. 2 PAngV.
2 Vgl. Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 4 EGBGB.

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Update: Verkaufsgebühren bei Handmade at Amazon

E-Commerce By Juni 29, 2017 Tags: , , 2 Comments

Der heutige Newsletter von Handmade at Amazon löste sicherlich in vielen Handmade-Verkäufern große Freude aus, denn es wurde verkündet, dass die monatliche Abonnementgebühr von 39€ zunächst weiterhin entfällt. Bisher gab es die Information, dass diese Gebühr für Handmade-Verkäufer nach dem 31.12.2017 anfallen sollte. Ab wann die Gebühr fällig wird oder ob dauerhaft darauf verzichtet wird, wurde jedoch nicht verkündet.

Einer weitere positive Nachricht ist, dass die Verkaufsgebühren bis einschließlich 31.12.2018 bei 12% bleiben und erst danach auf 15% erhöht werden.

Verkäufer von handgefertigten Schuhen und Bekleidung haben ebenfalls ein Grund zur Freude: Bislang gab es noch keine Kategorien für diese Produkte bei Handmade at Amazon, diese sollen aber demnächst freigeschaltet werden. Dies wurde ebenfalls im heutigen Newsletter verkündet.

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Hier geht es zu den Artikeln Anmeldung bei Handmade at Amazon und Erfahrungen bei Handmade at Amazon.

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Arbeiten von unterwegs

Workflow By Juni 28, 2017 Tags: , No Comments

In Zeiten der Digitalisierung und des Online-Handels sind viele von uns Handmade-Gründern unausweichlich auf Computer und Internet angewiesen. Wir müssen Kundenanfragen beantworten, Angebote erstellen, Rechnungen schreiben, Bestellungen bestätigen, Entwürfe anfertigen, Social Media Kanäle bedienen, Fotos bearbeiten und und und.

Das Arbeiten ohne Computer und Internet ist meist nur in sehr kleinem Rahmen möglich. Um möglichst effizient arbeiten zu können, ist es daher umso wichtiger, dass die Grundvoraussetzungen, nämlich das Vorhandensein von einem digitalen Endgerät und  eine Internetanbindung gegeben ist. Um möglichst flexibel arbeiten zu können, sollten diese Voraussetzungen nicht nur am Arbeitsplatz gegeben sein. Auch unterwegs ist die digitale Anbindung für uns Selbstständige sehr wichtig. Bis vor einiger Zeit wurde ich gen Ende des Monats nervös, wenn sich mein Datenvolumen dem Ende neigte. Oder wenn sich mein Handyakku verabschiedete und ich keine Steckdose und/oder mein Ladegerät zur Hand hatte. Ich hielt ständig Ausschau nach einem freien W-LAN, Urlaubsdomizile wurden nach Verfügbarkeit von Internet ausgewählt.

Zwei einfache technische Anschaffungen haben mir das Leben nun deutlich erleichtert und ich kann jedem (auch Nicht-Selbstständigen) nur dazu raten:

  1. Eine Powerbank. Dies ist ein externer Akku, über welchen das Handy (oder ein anderes Endgerät) geladen werden kann. Je nach Ausführung kann eine geladene Powerbank bis zu sieben Handyladungen enthalten. Meine Powerbank ist von Anker, aber es gibt viele verschiedene Geräte in unterschiedlichen Preiskategorien.

    Powerbank als externe Ladestation [Link zu Amazon]

  2. Ein mobiler W-LAN-Router. Natürlich kann man auch sein normales Datenvolumen fürs Mobilgerät aufstocken, ich wollte jedoch meinen Handyvertrag nicht ändern und habe mich daher für diese Variante entschieden. Der Router ist sehr klein, ich kann ihn immer mitnehmen und muss mir nun auch im Urlaub keine Sorgen mehr ums Internet machen. Seit die Roaming-Gebühren gesetzlich weggefallen sind, kann ich darüber auch im europäischen Ausland ohne zusätzliche Kosten Internet nutzen. Mehrere Endgeräte können zeitgleich auf den W-LAN-Router zugreifen, dieser ist natürlich passwortgeschützt.Nach ausgiebiger Recherche habe ich mich für einen Vertrag bei 1&1 entschieden, dort zahle ich 6,99€ je Monat (ab dem 13. Monat 9,99€) für 3 GB. Bei der Wahl des Datenvolumens sollte Folgendes beachtet werden: Da am Laptop die Websites nicht mobil optimiert sind und auch Hintergrundprozesse Datenvolumen verbrauchen, wird dort um einiges mehr Traffic verbraucht als an mobilen Endgeräten. Bei der Wahl des Vertrages sollte daher großzügig kalkuliert werden.

    Mobiler W-Lan-Router

    Mobiler W-LAN-Router von 1&1

Diese beiden Anschaffungen haben meinen Alltag als Handmade-Gründerin sehr erleichtert, weshalb ich diese Empfehlungen gerne weitergebe.

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Lizensierung von Verpackungen

E-Commerce By Juni 17, 2017 Tags: , , No Comments

Die Verpackungslizenz ist für fast jeden Handmade-Gründer Pflicht. Was genau es damit auf sich hat, wie man diese Lizenz erwirbt und ob diese auch notwendig ist, wenn man gebrauchte Versandkartons verwendet, erkläre ich im heutigen Blogbeitrag. [kurze Zusammenfassung am Ende des Beitrags]

Gemäß § 6 Abs.1 u. 2 VerpackV1 sind alle Gewerbetreibenden, welche Verpackungen in Umlauf bringen, zur Rücknahme, Recycling und Entsorgung dieser verpflichtet. Da das zumeist kaum möglich ist, ist alternativ die Beteiligung an einem Rückholsystem (= duales System) durch den Erwerb einer Verpackungslizenz möglich. Betreiber von Rückholsystemen wie die Landbell AG, die VfW GmbH oder die EKO-PUNKT GmbH, bei welchen die Lizenz erwerbbar ist, sind dabei Schnittstelle zwischen den Entsorgungsunternehmen und den Gewerbetreibenden und setzen die Verwertungspflichten um. Derzeit gibt es zehn behördlich zugelassene Systeme.2

Unterschieden wird dabei in Serviceverpackungen (z.B. Klebstofftube), Umverpackungen (z.B. Sichtverpackung3 der Klebstofftube), Verkaufsverpackungen (z.B. Versandkarton) und Transportverpackungen (z.B. Palette auf der viele Kartons mit Klebstofftuben transportiert werden).4 Da Serviceverpackungen bereits vom Erstinverkehrbringer (Hersteller oder Vertreiber) lizensiert sein sollten und Transportverpackungen nur beim B2B anfallen (sobald sie im B2C aufkommen, werden sie zu Verkaufsverpackungen gezählt), müssen von den Gewerbetreibenden nur Umverpackungen und Verkaufsverpackungen lizensiert werden. Die Verpackungsverordnung betrifft alle Inverkehrbringer von Verpackungen, sie ist jedoch hier in den Themenschwerpunkt e-Business eingegliedert, da dieser hauptsächlich betroffen ist. Verpackungen, die erst bei der Kaufabwicklung vor Ort dem Produkt hinzugefügt werden (z.B. Tragetasche, Schutzpapier um empfindliche Keramik) gelten als Serviceverpackungen und werden somit schon vom Hersteller lizensiert.5 Befindet sich ein Produkt bspw. in einer Sichtverpackung auf einem Kunsthandwerkermarkt, so muss auch diese lizensiert werden.

Die Pflicht zur Lizensierung besteht schon ab dem ersten in Umlauf gebrachten Versandkarton, eine Mindermengen-Befreiung gibt es nicht. Lizensiert wird je nach Material in verschiedenen Werkstoffgruppen: PPK (Papier, Pappe, Karton), Kunststoff, Kartonverbunde, sonstige Verbundstoffe, Weißblech, Aluminium, Glas und Naturmaterialien. Werden bspw. Luftpolsterumschläge verwendet, so muss je eine Lizenz für PPK und eine für Kunststoff erworben werden, pauschal gilt: Ein Luftpolsterumschlag besteht zu 60 % aus PPK und zu 40 % Kunststoff.6 Auch Füllmaterialien wie Packpapier und Beistoffe wie Paketband müssen lizensiert werden.

An dieser Stelle möchte ich erneut darauf hinweisen, wie wichtig es ist, sich selbst gründlich zu informieren und auch den Gesetzestext als Primärquelle hinzuzuziehen. Im Internet findet man immer wieder Hinweise zu einer sogenannten 5 %-Regel. Nach dieser sollen Stoffe, welche weniger als 5 % am stofflichen Gesamtanteil ausmachen, zu dem stofflichen Hauptanteil gezählt werden. Demnach wäre bspw. bei einer Nutzung von bis zu 5 g Klebestreifen bei einem 100 g Briefumschlag ausschließlich die Lizensierung von PPK nötig, eine Lizenz für Kunststoff entfiele.7 Im Gesetz erwähnt ist solch eine Regel jeoch nur für Verbundstoffe, d.h. Verpackungskombinationen, welche sich nicht sauber von Hand trennen lassen (z.B. Getränkekartons, die von innen mit Alufolie kaschiert sind),8 der Klebestreifen wie hier im Beispiel muss also auch lizensiert werden.

Bei einigen Händlern wird die Möglichkeit angeboten, bereits vorlizensierte Versandverpackungen zu kaufen, hierbei sollte das Angebot jedoch etwas genauer hinterfragt werden. Gemäß LAGA9-Beschluss sind Versandverpackungen als Verkaufsverpackungen und nicht als Serviceverpackungen einzustufen, wodurch die Lizensierungspflicht nicht auf den Hersteller oder Vertreiber übertragen werden kann.10 Ist der Vertreiber vorlizensierter Verpackung jedoch als beauftragter Dritter gemäß §11 VerpackV einzuordnen, kann es durchaus rechtens sein. Das ist gegeben, wenn dieser die Lizensierung wiederum zu 100 % unter dem Namen des Gewerbetreibenden mit den jeweiligen spezifischen Mengen bei einem Rückholsystem durchführt.11 Zu beachten ist hierbei, dass die gesamte verwendete Verpackung dann vorlizensiert eingekauft werden muss (auch Füllmaterial etc.), bei einer separat erworbenen Lizenz ist man diesbezüglich unabhängiger.

Vorlizensierte Versandkartons können bei Verpackungsteam.de erworben werden.

Vorlizensierte Versandkartons können bei Verpackungsteam.de erworben werden.

 

Auch für bereits gebrauchte Verpackungen sollte eine Lizenz erworben werden. Theoretisch entfällt die Lizensierungspflicht, wenn sie schon einmal lizensiert wurden und noch nicht von einem dualen System erfasst wurden (= Entsorgung). Allerdings muss die bereits zuvor erfolgte Lizensierung dann nachgewiesen werden, was in der Praxis meist sehr schwierig sein dürfte.12

Mit Zunahme des Online-Handels in den letzten Jahren und insbesondere dem Aufkommen vieler kleiner Shops, wurde auch der Bedarf an Verpackungslizenzen für kleinere Mengen höher. Neben den zehn bereits erwähnten dualen Systemen sind daher in den letzten Jahren weitere Anbieter auf den Markt gekommen, welche Lizenzen speziell für geringe Mengen anbieten. Diese Unternehmen (z.B. Bähr Entsorgungsmanagement GmbH, Mueae GbR) kaufen Lizenzen für eine höhere Anzahl an Verpackungen und verkaufen Lizenzen für kleinere Mengen weiter.

Die Preise der einzelnen Anbieter variieren stark, einige bieten Pauschalen an, bei manchen gibt es eine Grundgebühr, bei anderen kann exakt eine bestimmte Menge (nach Kilogramm) lizensiert werden. Je nach Art und Anzahl der individuell verbrauchten Verpackung können unterschiedliche Lizensierer das günstigste Angebot offerieren. Auch von Jahr zu Jahr differieren die Preise teilweise immens, so kann es sein, dass bei gleicher Lizensierungsmenge dieses Jahr ein anderer Anbieter günstiger ist als letztes Jahr. Grundsätzlich ist daher festzuhalten, dass jeder Gewerbetreibende für sich das lukrativste Angebot herausfinden muss und dabei jedes Jahr aufs neue Preise vergleichen sollte.

Die Lizenz erhält man in Form einer schriftlichen Bestätigung über Menge und Zeitraum. Falls die Lizenz nicht direkt bei einem der zehn behördlich zugelassenen dualen Systeme erworben wird, sollte zudem darauf geachtet werden, dass auf der Lizensierungbestätigung festgehalten ist, bei welchem Rückholsystem lizensiert wurde. Die Mueae GbR lizensiert bspw. bei der Landbell AG. Sollte die tatsächlich verbrauchte Verpackungsmenge die lizensierte überschreiten, so kann problemlos nachlizensiert werden, auch für das vorangegangene Jahr. Zu viel lizensierte Verpackung kann jedoch nicht ins nächste Jahr übertragen werden, daher ist es ratsam lieber knapp zu kalkulieren und bei Überschreiten der Menge eine weitere Lizenz zu erwerben.

1 Vgl. Verordnung über die Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen (Verpackungsverordnung - VerpackV).
2 Vgl. Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) e.V. (Hrsg) (o.J.), Duale Systeme. [Letzter Zugriff: 16.06.2017].
3 Wird auch als Blister bezeichnet
4 Vgl. §  3 Abs. 1 VerpackV.
5 Vgl. IHK Region Stuttgart (Hrsg.) (o.J.), Überblick über die deutsche Verpackungsverordnung. [Letzter Zugriff: 16.06.2017].
6 Vgl. Bähr Entsorgungsmanagement GmbH (Hrsg.) (o.J.), Wie berechne ich die in den Verkehr gebrachten Mengen bei Luftpolsterversandtaschen? [Letzter Zugriff: 16.06.2017].
7 Vgl. Rosenberger (o.J.), FAQ und Rechenbeispiele zur 5. Novelle der Verpackungsverordnung. [Letzter Zugriff: 16.06.2017].
8 Vgl. § 3 Abs. 5 VerpackV.
9 Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall
10 Vgl. LAGA (Hrsg.) (2008), Beschlüsse zur Umsetzung der 5. Novelle der Verpackungsverordnung, S. 3.
11 Vgl. § 11 VerpackV.; Vgl. LAGA (Hrsg.) (2009), Rücknahme von Verkaufsverpackungen, S. 10.
12 Vgl. LAGA (Hrsg.) (2008), Beschlüsse zur Umsetzung der 5. Novelle der Verpackungsverordnung, S. 3

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Papeterie: Beigaben zur Bestellung

Workflow By Mai 3, 2017 Tags: , , , No Comments

Bei der Frage nach der optischen Aufmachung einer Bestellung befrage ich mich als Kundin: Wie erwarte ich eine Bestellung zu erhalten? Und meine Antwort ist wie in so vielen Bereichen: Der Mittelweg ist der Richtige.

Ich erwarte keine super aufwendige Verpackung, keinen bunt beklebten oder schön bestempelten Umschlag, das Produkt muss nicht wunderschön verpackt sein und auch Süßigkeiten oder andere kleine Aufmerksamkeiten empfinde ich als nicht notwendig. Der Umschlag / die Verpackung sollte funktional, sauber und ordentlich sein. Wobei ich auch nichts gegen wiederverwendete Verpackungen habe, aber das Produkt sollte trotzdem gut geschützt sein und die Verpackung sollte insgesamt intakt sein. Die Versandverpackung ist der erste Eindruck, den ihr beim Kunden hinterlasst, dies sollte man immer im Hinterkopf haben. Eine hübsche handgefertigte Verpackung (z.B. ein bestempelter oder beklebter Umschlag) ist zwar hübsch, aber unnötig. Meist wandert die Versandverpackung eh in den Abfall und für den Mehraufwand der Gestaltung werdet ihr nicht vergütet. Viele Kollegen verzichten auch bewusst auf eine Gestaltung des Umschlags, um das Risiko eines Diebstahls auf dem Versandweg zu vermindern.

„Zuviel“ halte ich also nicht für notwendig, doch auch „Zuwenig“ ist nicht gut. Empfange ich ein bestelltes Produkt völlig kommentarlos und ohne Beigabe in einem neutralen Umschlag, dann empfinde ich das als etwas lieblos. Das Mindeste sollte eine Visitenkarte des Labels sein. Diese wirkt für mich wie ein kleiner Gruß und stellt außerdem die Verbindung zwischen euch als Verkäufer und dem Produkt her. Hoffentlich hebt der Käufer die Visitenkarte auf und bestellt bei späterer Gelegenheit wieder bei euch. Wollt ihr den Gruß noch etwas persönlicher gestalten, ist ein Flyer oder eine Danke-Karte die richtige Wahl. Auf solch Karte könnt ihr außerdem einen handschriftlichen Gruß hinzufügen oder auf eine aktuelle Aktion hinweisen. Auch ein Link zu eurer Facebook-Fanpage oder der Hinweis, dass ihr demnächst auf einem Markt in der Heimatstadt des Käufers zugegen seid, wäre denkbar. Hierfür habe ich in der Vergangenheit häufig die Karten aus dem DaWanda-Fanshop verwendet [Link zum DaWanda-Fanshop]. Dort gibt es immer mal wieder wechselnde Designs und verschiedene Motive je nach Anlass und Jahreszeit. Häufig sind die benötigten Produkte in dem Shop jedoch ausverkauft. Zudem ist das Design nicht so ganz meins, es ist mir zu bunt und das DaWanda-Logo empfinde ich als zu präsent auf diesen Karten. Daher habe ich meine eigenen Karten entworfen und gedruckt. Ich habe 2 verschiedene Designs, welche man auch bei mir erwerben kann. Sie sind sehr schlicht und enthalten kein Logo, weshalb sie von jedem Shop genutzt werden können. Die Rückseite ist blanko, so kann ein handschriftlicher Gruß beigefügt werden.

dankeskarte_produktfoto

Als ich mich vor einigen Tagen mal wieder mit der ständig präsenten Problematik beschäftigte, dass Handmade-Produkte häufig nicht als Handmade erkannt werden bzw. dass es vielen Käufern nicht bewusst ist, dass ihr Produkt von Hand gefertigt wurde, habe ich das zweite Karten-Design entwickelt:

danke-karte-2

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Versandmöglichkeiten

E-Commerce By April 26, 2017 Tags: , , No Comments

Für den Versand der Ware gibt es zahlreiche Möglichkeiten, welche individuell abgewogen werden müssen. Grundsätzlich wird unterschieden in versicherten und unversicherten Versand, wobei das Versandrisiko immer beim Verkäufer liegt.1 Durch die Wahlmöglichkeit für den Käufer zwischen versichertem und unversichertem Versand darf nicht suggeriert werden, dass dieser das Risiko trägt.2
Die am weitesten verbreitete Versandart ist der Brief von der Deutschen Post, welcher grundsätzlich unversichert ist. Dieser kann jedoch durch die Zusatzleistung „Einschreiben“ aufgewertet werden. Die Konditionen variieren je nach gewählter Zusatzleistung, Haftung ist bis zu 25 € möglich, eine Sendungsverfolgung steht bei allen Varianten zur Verfügung.3 Übersteigt die zu versendene Ware in Größe oder Gewicht den Bestimmungen eines Briefes oder ist der zu versichernde Wert größer als 25 €, sollte als Paket versendet werden. Diese Versandart wird von verschiedenen Dienstleistern wie DHL, DPD, Hermes oder GLS angeboten. Welches Unternehmen sich als am besten geeignet erweist, sollte individuell nach Aspekten wie Erfahrungswerten, Standort der Einlieferungsstelle, Versicherungswert und Preis der am häufigsten versendeten Verpackungsgröße bestimmt werden.
Ein weiterer Aspekt ist die USt, welche bei bspw. der Deutschen Post und der DHL bei den meisten Leistungen nicht ausgewiesen ist,4 weshalb sie nicht als Vorsteuer geltend gemacht werden kann. Sofern der Handmade-Verkäufer umatzsteuerpflichtig ist, muss diese jedoch beim Kunden auch auf das Porto erhoben werden, daher sollte genau überprüft werden, ob es günstiger ist ein Versandunternehmen zu wählen, bei welchem die USt ausgewiesen wird.
Um den Aufwand des Frankierens möglichst gering zu halten, werden von den Versandunternehmen zahlreiche Möglichkeiten wie die Internetmarke oder die Online-Frankierung angeboten. Besonders hervorheben möchte ich das Portal paket.de von DHL, auf welchem man alle aktuellen Sendungen gut im Überblick hat. Adressen von Stammkunden können im Adressbuch hinterlegt werden, über den  Anbieter billbee [Verlinkung zum Anbieter Billbee] können Adressdaten via CSV-Datei in wenigen Schritten importiert werden. Für Vielversender lohnt es sich DHL-Paketmarken im Set zu kaufen, so gibt es bspw. 100 Marken für 2 kg-Pakete für je 4,69 € statt 4,99 €. Via Coupon-Code werden diese bei der Online-Frankierung eingelöst, wodurch auch die Rechnungsanforderung bei jeder einzelnen Frankierung entfällt, auf einer Sammelrechnung wird der Betrag für alle 100 Marken ausgewiesen.5 Bei einem Versand von mehr als 200 Paketen im Jahr gibt es günstigere Geschäftskundenpreise, bei diesen wird die USt ausgewiesen.5 Durch die Nutzung solcher Angebote und Möglichkeiten kann die Bestellabwicklung deutlich effizienter gestaltet werden, weshalb insbesondere bei größerem Verkaufsvolumen darauf zurückgegriffen werden sollte.

1 Vgl. § 474 Abs. 2.
2 Vgl. LG Frankfurt am Main, Urteil vom 08.11.2012, Az. 2-03 O 205/12./span>
3 Vgl. Deutsche Post AG (Hrsg.) (2015), Dokumentierte Zustellung für Ihre Briefe. [Letzter Zugriff: 23.04.2017].
4 Vgl. § 4 Nr. 8i UStG.
5 Vgl. DHL Vertriebs GmbH (Hrsg.) (2015), Paket.de.
6 Vgl. Deutsche Post DHL Group (Hrsg.) (2015), Geschäftskunde werden und kräftig sparen. [Letzter Zugriff: 24.03.2017].

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Handmade at Amazon II (Erfahrungen)

E-Commerce By Februar 1, 2017 Tags: , , 4 Comments

Nachdem ich nun gut drei Monate bei Handmade at Amazon vertreten bin, möchte ich gerne meine Erfahrungen mit euch teilen. Meine Erfahrungen bezüglich der Anmeldung habe ich in dem Beitrag Handmade at Amazon I niedergeschrieben.

Um es direkt vorneweg zu nehmen: Mein Urteil fällt durchweg positiv aus. Den ersten Verkauf hatte ich bereits 2 Tage nach meiner Shop-Eröffnung. Seitdem verkaufe ich beinahe täglich. Auf anderen Plattformen hat es deutlich länger gedauert, bis sich eine höhere Anzahl an Verkäufen einstellte. Ein kleiner Einblick in meine Zahlen: In diesem Januar machen die Amazon-Verkäufe bereits 34% des Absatzes aus und 24% des Gesamtumsatzes (Die Differenz kommt dadurch zustande, dass ich vor allem einige der preiswerteren Artikel gut über Handmade at Amazon verkaufe). Betrachte ich die vergangenen Monate, so ist die Tendenz steigend.

Auch mit dem Workflow auf der Plattform bin ich zufrieden. Die Arbeitsprozesse (Artikel einstellen und bearbeiten, Verkaufsabwicklung, Kommunikation mit dem Kunden etc.) sind gut strukturiert und leicht zu erfassen. Nach kürzester Zeit war ich gut eingearbeitet und komme mittlerweile mit dem System sehr gut zurecht. Da Artikelvarianten/Zusatzoptionen [Erläuterung siehe Beitrag I] direkt beim Produkt hinterlegt werden können, fällt der Kommunikationsaufwand im Vergleich zu anderen Portalen deutlich geringer aus. Der Kunde kann bspw. ein personalisiertes Stammbuch in Wunsch-Farbkombination direkt ohne vorherigen Kontakt bei Amazon bestellen und bekommt auch den richtigen Preis ausgegeben. Dies stellt eine immense Zeitersparnis dar. Des Weiteren erfolgt die ganze Zahlungsabwicklung direkt über den Anbieter, auch darum müssen wir Verkäufer uns also nicht kümmern.

Die Kommunikation mit Amazon ist ebenfalls tadellos: Nachdem ich eine Frage an den Kundendienst schrieb (es ist leider nicht möglich bei einem Artikel die Kategorie zu ändern, es muss dann ein komplett neuer Artikel angelegt werden), wurde ich binnen weniger Minuten telefonisch zurückgerufen und konnte meine Frage persönlich mit einer Mitarbeiterin klären. Im Bereich Reklamation/Widerruf konnte ich leider 😉 noch keine Erfahrungen sammeln.

Weiterhin ist mir positiv aufgefallen, dass meine Artikel in der Suche schon relativ weit vorne auftauchen, auch wenn nicht explizit in der Handmade-Kategorie sondern unter „alle Kategorien“ gesucht wird. Das heißt auch Kunden, welche allgemein auf Amazon unterwegs sind, ohne sich auf die Handmade-Kategorie zu beschränken, werden meine Produkte angezeigt. Dies bezieht sich vor allem auf Produkte, die schon mehrfach verkauft wurden, diese werden also besser gelistet. Beispiel: Ein Leporello, welches mittlerweile 10x über Amazon gekauft wurde, befindet sich bei der Suche nach „Leporello“ ohne Kategorie-Einschränkung („alle Kategorien“) bereits auf Seite 2 der Ergebnisse. Bei der Beschränkung auf die Handmade-Kategorie erscheint es sogar auf Platz 1.

Nach diesen Erfahrungen der ersten Monate kann ich meine Empfehlung für ein Verkaufskonto bei Handmade at Amazon wiederholen. Weiterhin gilt: Bis einschließlich 12/2017 werden für Handmade-Verkäufer keine Grundgebühren/Einstellgebühren erhoben.1

[Update vom 29.06.2017: Verkaufsgebühren bei Handmade at Amazon]

1 Vgl. Amazon Services (Hrsg.) (2016), Gebührenübersicht für Handmade at Amazon [Letzter Zugriff: 27.01.2017].

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Lieferzeitangabe

E-Commerce By Januar 25, 2017 Tags: , , No Comments

Im Online-Handel muss der Unternehmer darüber informieren, bis zu welchem Termin er die Ware liefern muss.1 Bislang2 genügte die Angabe „Lieferung 3-5 Tage ab Zahlungseingang“, nun ist es aber entscheidend, dass der Verbraucher sich das Datum der Lieferung selbst ausrechnen können muss. Die angegebene Lieferzeit beginnt daher mit aufgegebener Zahlung seitens des Kundens. Die Zeit für den Zahlungsverkehr, mögliche Produktionszeit sowie die Versanddauer muss in die Lieferzeit einkalkuliert werden, auch arbeitsfreie Tage wie das Wochenende müssen beachtet werden. Über die abweichende Versanddauer in verschiedene Länder muss ebenfalls informiert werden, dies kann bspw. über einen Sternchenhinweis geschehen. Die It-Recht-Kanzlei empfiehlt bspw. folgende Vorgehensweise: „Lieferzeit 3-5 Tage*“ (Angabe beim jeweiligen Artikel), „*Gilt für Lieferungen nach Deutschland. Informationen zur Berechnung des Liefertermins siehe hier <Link zur Versandinfoseite>“ (im Footer gut einsehbar).3
Ungenaue Lieferzeitangaben wie „ voraussichtlich“ oder „in der Regel“ sind abmahngefährdet, die Angabe „ca.“ wurde vom OLG München jedoch als rechtens eingestuft.4 Des Weiteren sollte beachtet werden, dass an unterschiedlichen Stellen im Online-Auftritt nicht auf verschiedene Lieferzeiten verwiesen wird, dies wäre irreführend und ebenfalls abmahngefährdet.5

1 Vgl. Art. 246a § 1 Abs. 7 EGBGB.
2 bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie am 13.06.2014
3 Vgl. Nagel (2014), Ungenaue Lieferzeiten: werden aktuell abgemahnt. [Letzter Zugriff: 24.01.2017].
4 Vgl. OLG München, Urteil vom 08.10.2014, Az. 29 W 1935/14.
5 Vgl. § 5 Abs. 1 UWG.

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Arbeitsmittel: Kalender

Workflow By Januar 11, 2017 Tags: , , No Comments

Neues Jahr  –  Neues Glück? Neuer Kalender!

Bei mir als Buchliebhaberin und Buchbinderin ist es nicht verwunderlich, dass ich noch nicht auf die digitale Version des Kalenders umgestiegen bin. Ich brauche einen Kalender aus Papier, um mich und mein Business zu ordnen. Ich möchte erfüllte ToDos stolz abkreuzen, lästigere ToDos kraftvoll durchstreichen, Veranstaltungen voller Vorfreude kunstvoll umkringeln, wichtige Termine mit großen Ausrufezeichen versehen und natürlich auch Eintrittskarten, Papiermuster, Kundennotizen etc. einkleben. So führt mich der Kalender durch das Jahr und ist rückblickend eine tolle Erinnerung, eine Art Tagebuch.

Umso erstaunlicher ist jedoch (auch für mich), dass ich keinen von mir selbst designten und gebundenen Kalender verwende. Noch nie (bislang). Vielleicht ist das vergleichbar mit einem Koch, der keine Lust mehr hat zuhause zu kochen? Obwohl… ich nutze ja all meine anderen Produkte sehr gerne privat. Na vielleicht nächstes Jahr 😉

Dieses Jahr nutze ich den Eco-Friendly Taschenkalender der Monkey Mind Stationery [Link zum DaWanda-Shop der Monkey Mind Stationery]. Besonders zauberhaft: In dem Bereich für ToDos gibt es die Kategorie „myself“, also Platz für Dinge, die ich mir selbst gönnen möchte.

monkeymindstationery

Bereits seit vielen vielen Jahren nutze ich Kalender von Moleskine. Auf dem Foto erhascht ihr einen Blick in mein Bücherregal und seht, wieviele Moleskine-Kalender sich schon angesammelt haben. Dieses ist meine Lieblingsausführung [Link zu Amazon]. Eine Doppelseite steht hierbei für eine Woche, wobei die rechte Seite komplett frei ist für Notizen, ToDo-Listen etc. Viele weitere freie Seiten bieten Platz für Anmerkungen, Bestelllisten, Ideensammlungen etc.

kalender

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Kommunikation mit dem Kunden

Workflow By Dezember 14, 2016 Tags: No Comments

Eine schlechte Kommunikation bei anderen Handmade-Verkäufern zeigt mir an meiner eigenen Reaktion immer wieder, wie wichtig diese ist. Wenn mir diese bei anderen negativ auffällt, wird mir bewusst, dass ich als Gründerin den Anspruch an mich habe, dies besser zu handhaben.

Eine gute Kommunikation ist für jedermann ohne Vorwissen durchführbar. Dies erscheint sicher einigen selbstverständlich, ist es aber leider nicht. Ich verkaufe nicht nur in der Handmade-Branche, sondern bin auch als Käuferin sehr aktiv. Wenn ich spezielle Wünsche habe, ein Detail aus der Artikelbeschreibung nicht hervorgeht oder es Grund für Reklamation gibt, dann schreibe ich den Verkäufer an und es ist regelrecht schockierend, was für Antworten ich manchmal bekomme. Gute Kommunikation zeugt von Professionalität.


Wichtige Kriterien für eine gute Kommunikation sind:

  • zeitnah
  • freundlich / höflich
  • positiv
  • informativ

Auf die genannten Kriterien möchte ich kurz detaillierter eingehen:

Zeitnah – Ich versuche immer so schnell wie möglich zu antworten, jedoch ohne Arbeit oder Freizeit (je nachdem wann die Anfrage reinkommt) zu unterbrechen, viel mehr versuche ich die Anfrage in meinen Ablauf zu integrieren. Ich würde also nie das Abendessen unterbrechen, um einem Kunden zu antworten, nach dem Essen schreibe ich aber gerne eine Nachricht, auch wenn meine Geschäftszeiten dann vorbei sind und ich eigentlich Feierabend habe. Auch am Wochenende beantworte ich regelmäßig Anfragen. Viele Kunden erwarten jedoch gar nicht, dass sie innerhalb kürzester Zeit eine Antwort erhalten. Manchmal wird sich für eine schnelle Rückmeldung meinerseits bedankt, auch wenn diese erst am nächsten Tag erfolgte. Spätestens innerhalb von 24h sollte meiner Meinung nach aber eine Antwort erfolgen. Eine zu lange Antwortdauer kann sich auch unmittelbar auf die Verkäufe auswirken, Nachrichten wie „Vielen Dank für Ihre Antwort, aber ich habe jetzt doch schon woanders gekauft“ deuten darauf hin, dass ein zeitnaher Kontakt einen Verkauf möglich gemacht hätte.

Freundlich/Höflich – Sollte selbstverständlich sein, ist es leider nicht. Nachrichten OHNE Anrede und Verabschiedung sind ein absolutes No-Go, dies ist für mich die Basis einer höflichen Kommunikation. Ebenso wichtig ist Interpunktion sowie Groß-/Kleinschreibung. Nachrichten im SMS-Stil geben mir als Kunden das Gefühl, dass wenig Wert auf mich gelegt wird. Zu knappe Antworten können auch leicht als unhöflich aufgefasst werden. Smileys (in Maßen) finde ich ok, diese können die Unterhaltung auflockern und auf eine persönlichere Ebene bringen. Gibt es starke Defizite in Grammatik und Rechtschreibung, so sollte dies von einem entsprechenden Programm vor Absenden der Nachricht überprüft werden.

Positiv – Kann ich die Kundenwünsche nicht erfüllen oder ist von einem bestimmten Produkt nicht mehr die gewünschte Anzahl vorrätig, dann biete ich eine Alternative an. Häufig gibt es mehrere Alternativen, um einen bestimmten Wunsch doch noch umzusetzen. Diese präsentiere ich dem Kunden, mit entsprechenden Links und/oder Beispielbildern. Manchmal bekomme ich via Nachricht Feedback vom Kunden, auch Verbesserungsvorschläge oder Kritik wurden so schon angebracht. In diesem Fall bedanke ich mich bei dem Kunden und erkläre mich und mein Produkt [Beispiel: Für Heiratsurkunden/Geburtsurkunden gibt es verschiedene Formate. Auf den Standesämtern werden Stammbücher mit 6-Ring-Mechanik angeboten und auch angeraten, daher werden diese ab und an bei mir angefragt. Meine Stammbücher sind mit Klarsichtfüllen ausgestatten, ich empfinde dies als schonender für die Urkunden und dies erkläre ich den Kunden auch so] oder ich nehme den Hinweis an und teile das dem Kunden so auch mit [Beispiel: Meine Ordner waren früher nur ohne Blattniederhalter verfügbar. Dies wurde kritisiert und nun biete ich dies mit an].

Informativ – Versucht in der Antwort auf alle gestellten sowie auf alle weiteren möglichen Fragen einzugehen. Fällt euch zu dem Thema noch ein wichtiger Punkt ein, so gebt dem Kunden diese Information, auch wenn die Frage noch gar nicht gestellt wurde. Wenn ihr alle benötigten Informationen in einer Nachricht liefert, vermeidet ihr erneute Rückfragen und einen längeren Dialog mit vielen Nachrichten. Eure Antwort sollte jedoch trotzdem knackig formuliert sein. Niemand liest gerne lange Texte, in denen nur wenige Informationen stecken. Vermeidet unnötige Ausschmückungen, das raubt euch und dem Kunden Zeit.


Falls zuviel Zeit für Kundenanfragen aufgewendet wird und darunter die Kommunikation leidet, sollten die Preise nach oben korrigiert werden und die Kommunikationszeit pauschal in den Produktpreis einkalkuliert werden. Generell gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Der Kunde soll ausreichend und höflich informiert werden, dennoch sollte nicht mehr Zeit als notwendig auf die Kommunikation verwendet werden. Denn – um noch eine Phrase zu verwenden: Zeit ist Geld.

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