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Erste Schritte

Gewerbe, Freiberufler oder Künstler?

Erste Schritte By November 9, 2016 Tags: , , , , No Comments

Vor einigen Monaten haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wann der Verkauf privat oder gewerblich ist. Erfolgt die Einordnung als Unternehmer, kann weiterhin zwischen Gewerbe, Freiberufler und Künstler unterschieden werden. Wonach diese Klassifizierung erfolgt und welche Folgen daraus entstehen, wird in diesem Beitrag behandelt.

Zum Basiswissen gehört die Kunde über die Art der eigenen Selbstständigkeit. Laut Einkommenssteuergesetz wird in gewerbliche und freiberufliche Tätigkeit unterschieden. Für die Klassifizierung als Gewerbebetrieb gelten folgende Kriterien: Selbstständigkeit, Nachhaltigkeit, Gewinnerzielungsabsicht, Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr sowie keine Land- und Forstwirtschaft.1 Für eine freiberufliche Tätigkeit gelten die gleichen Kriterien, es kommt jedoch noch ein entscheidendes Merkmal hinzu: Eine freiberufliche Tätigkeit ist nur gegeben, wenn eine höhere, für diesen Beruf benötigte Ausbildung (meist Universitäts- oder Hochschulabschluss), erfolgt ist. Im Gesetz werden einige Berufe, wie bspw. Arzt, Ingenieur, Steuerberater sowie Journalist, eindeutig als freiberufliche Tätigkeit ausgeschrieben.2 Falls die Einordnung nicht eindeutig erfolgen kann, hat das zuständige Finanzamt die Entscheidungsgewalt darüber.3 Entscheidend ist diese Grenzsetzung bereits bei der formalen Gründung. Die Eintragung des Gewerbes erfolgt beim Gewerbeamt in Form einer Gewerbeanmeldung, die Meldung der freiberuflichen Tätigkeit geschieht beim Finanzamt (auch formlos möglich). Die Einordnung als Freiberufler ist für viele Selbstständige erstrebenswert, da dies einige Vorteile mit sich bringt: Keine Gewerbesteuer, einfache Buchhaltung via Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR), Ist-Besteuerung, keine Gewerbeanmeldung sowie keine Pflichtmitgliedschaft in Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer, welche wiederum Kosten mit sich bringen würde.4 Für Gewerbetreibende besteht hingegen eine gesetzliche Pflicht zur Mitgliedschaft.5

Weiterhin kann die Abgrenzung einer künstlerischen Tätigkeit erfolgen. Diese zählt zu den freiberuflichen Tätigkeiten, es ist jedoch kein höherer Abschluss vonnöten, die Werke müssen indessen eine gewisse Gestaltungshöhe aufweisen.6 Diese Einordnung hat sozialrechtliche Konsequenzen, Künstler können Mitglied in der Künstlersozialkasse (KSK) werden. Mitglieder der KSK zahlen für ihren Versicherungsschutz, ähnlich angestellten Arbeitnehmern, nur ungefähr die Hälfte des Beitrages, die andere Hälfte wird staatlich sowie über die Künstlersozialabgabe der Unternehmen finanziert.7 Da alle anderen Selbstständigen als freiwillig Versicherte den vollen Beitragssatz bezahlen müssen,8 wird die Mitgliedschaft von vielen Selbstständigen angestrebt, obwohl sie nicht als Künstler einzuordnen sind.
Diese grundsätzliche Klassifizierung ist für die Gründungsformalitäten entscheidend. Je nach Einordnung muss die Selbstständigkeit auf dem Gewerbeamt oder dem Finanzamt und ggf. bei der IHK oder der Handwerkskammer gemeldet werden. Künstler müssen sich zusätzlich bei der KSK melden, alle anderen sind gesetzlich verpflichtet die Aufnahme der Selbstständigkeit bei ihrer Krankenkasse angeben.
Projeziert man diese Klassifizierung auf die Handmade-Branche, so lässt sich feststellen, dass der Großteil der Handmade-Verkäufer als Gewerbetreibende eingeordnet werden kann. Ausnahmen bilden hierbei z.B. Grafikdesigner und Webdesigner, die in Auftragsarbeit individuelle Designs erstellen, diese sind als Freiberufler einzuordnen. Designer, die jedoch Produkte, wie bspw. Postkarten oder andere Papeterie-Produkte in Serie verkaufen, wären wiederum als Gewerbetreibende zu kategorisieren. Sind die verkauften Produkte Einzelstücke und weisen eine gewisse Gestaltungshöhe auf, gehören die Erschaffenden zu dem Berufszweig der Künstler. Um dies zu veranschaulichen habe ich eine Grafik für euch erstellt:

gewerbe_freiberufler

1 Vgl. § 15 EStG.
2 Vgl. § 18 EStG.
3 Vgl. IHK Berlin (Hrsg.), Abgrenzung Gewerbe und Freier Beruf 2016, S. 2 [Letzter Zugriff: 08.11.2016].
4 Vgl. Gründerlexikon (Hrsg.), Neugründung – freiberuflich oder gewerblich selbständig? [Letzter Zugriff: 08.11.2016].
5 Vgl. Chromow, Zwangsmitgliedschaft in IHK und Handwerkskammer: Wer muss mit welchen Beiträgen rechnen? 2015 [Letzter Zugriff: 08.11.2016].
6 Vgl. IHK Berlin (Hrsg.), Abgrenzung Gewerbe und Freier Beruf 2016, S. 4 [Letzter Zugriff: 08.11.2016].
7 Vgl. Künstlersozialkasse (Hrsg.), Umfang des Versicherungsschutzes o.J.
8 Es sei denn, es trifft ein anderer Sonderfall wie die Familienversicherung oder studentische Versicherung auf sie zu.

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Meldung bei der Berufsgenossenschaft

Erste Schritte By September 21, 2016 Tags: , , No Comments

Eine der ersten Gründungsaktivitäten sollte die Meldung bei der Berufsgenossenschaft sein. Anders als z.B. das Wissen über IHK und Handwerkskammer, ist die Kunde über die Pflichtmitgliedschaft bei einer Berufsgenossenschaft unter Handmade-Gründern teilweise sehr gering verbreitet.

Die Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, diese übernimmt die Kosten von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.1 Jeder Unternehmer ist per Gesetz Pflichtmitglied bei der jeweils zuständigen Berufsgenossenschaft.2 Je nach Branche ist eine der neun Berufsgenossenschaften zuständig: z.B. für Holzspielzeug und Bilderrahmen die BG  HM,  für die Herstellung von Textilprodukten und Verarbeitung von Papier die BG  ETEM, für die Herstellung von Keramik die V  BG.3
Nach erfolgter Gewerbeanmeldung sollte die zuständige Berufsgenossenschaft automatisch vom Gewerbeamt informiert werden, woraufhin die Berufsgenossenschaft den Gewerbetreibenden anschreibt. Dies erfolgt jedoch nicht immer bzw. dauert zu lange: Da die Meldung binnen einer Woche nach Gewerbeanmeldung erfolgen sollte,4 empfiehlt es sich selbst Kontakt zur zuständigen Berufsgenossenschaft aufzunehmen.
Der Versicherungsschutz besteht standardmäßig nur für Arbeitnehmer, gibt es keine Beschäftigten, so sind auch keine Versicherungsbeiträge zu leisten. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit sich als Unternehmer freiweillig zu versichern, um ebenfalls in den Versicherungsschutz zu gelangen. Einige Unternehmer wie bspw. der Textil- und Bekleidungsbranche sowie der Branchen Druck und Papierverarbeitung sind allerdings pflichtversichert. Für diese besteht die Möglichkeit einer Befreiung, wenn sie nicht mehr als 100 Arbeitstage (8 Stunden = 1 Arbeitstag) im Unternehmen tätig sind.5 Der schriftliche Antrag hierfür kann formlos erfolgen.
Die Beiträge werden nach Gefahrtarif (die Unternehmenszweige werden je nach Unfallrisiko in Gefahrenklassen eingestuft)6, Versicherungssumme (für Arbeitnehmer gilt die Lohnsumme) und Umlageziffer (von der Berufsgenossenschaft jährlich festgelegt) berechnet.

Berechnung_Berufsgenossenschaft

1 Vgl. § 1 Abs. 1 SGB VII.
2 Vgl. § 2 SGB VII.
3 Vgl. DGUV (Hrsg.) (2015), Berufsgenossenschaften.
4 Vgl. BG  ETEM (Hrsg.) (2015), Mitgliedschaft und Beitrag.[Letzter Zugriff: 16.09.2016].
5 Vgl. § 46 Abs. 1 u. 2 Satzung BG  ETEM.
6 Vgl. § 25 Abs. 1 Satzung BG  ETEM.

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Namensfindung

Erste Schritte By August 24, 2016 Tags: , , , No Comments

Immer wieder lese ich in Foren die Bitte um Hilfe bei der Namensfindung. Sätze wie „Hilfe, mir fällt kein Name ein“ oder „bitte helft mir mal einen Namen für mein Label zu finden“ sind keine Seltenheit. Der Label-Name ist das, was unter anderem als erstes in Erscheinung tritt und euch im besten Fall das ganze Leben lang begleitet. Er sollte daher gut durchdacht und sorgfältig ausgewählt werden. Dies kann ein Prozess über mehrere Tage oder Wochen sein.

Eine Möglichkeit der kreativen Namensfindung ist ein Brainstorming in Form einer Mind Map. Man schreibt hierfür zunächst alle Wörter nieder, die in Bezug auf das eigene Unternehmen einfallen. Bei der Wortwahl gibt es keine Einschränkungen, auch Werte bspw. gehören in eine Mind Map. Wichtig ist dabei, sich keinerlei Grenzen zu setzen, nehmt euch Zeit, Ruhe und viel Papier. Anschließend „spielt“ man mit den Wörtern ein wenig rum, kombiniert sie, ändert die Reihenfolge etc. Meist entsteht so schon eine kleine Auswahl an möglichen Namen. Oft hilft es dann die Map ein paar Tage liegen zu lassen und nach einiger Zeit mit frischen Gedanken sich erneut mit der Namensfindung zu beschäftigen. An dieser Stelle ist es natürlich auch ok, sich ein wenig Input von Außen zu holen. Der Grundgedanke sollte aber dennoch vom Gründer selbst kommen, denn dieser muss sich mit dem Namen identifizieren und hinter ihm stehen.

Ebenfalls problematisch kann es sein, den Namen nach einiger Zeit wieder zu ändern, auch das sehe ich leider viel zu häufig. Eine nachträgliche Namensänderung führt dazu, dass der Internetauftritt und alle Social-Media-Präsenzen umbenannt werden müssen. Visitenkarten und Flyer müssen neu gedruckt werden, so eine Änderung kann also auch erhebliche finanzielle Folgen haben. Für uns als Handmade-Gründer die schlimmste Folge ist jedoch der mögliche Verlust von Kunden. Eure Kunden kennen euch unter einem Namen und wollen sie nun erneut bestellen, finden sie euch vielleicht nicht wieder. Mir erging es aus Kundensicht auch schon einmal so. Ich hatte bei Facebook einen Künstler entdeckt, der wunderschöne Zeichnungen als Postkartendrucke anbot. Nach einiger Zeit entschied ich mich dort Karten zu bestellen, konnte ihn bei Facebook unter dem entsprechenden Namen aber nicht mehr finden. Monate später erblickte ich ihn glücklicherweise auf einem Handmade-Markt in Berlin und stellte fest, dass er sein Label umbenannt hatte. Mich hat er durch diesen Zufall als Kunden behalten, aber wie viele Kunden hat er verloren?
Ist ein guter Name gefunden, so sollte überprüft werden, dass er noch nicht am Markt existiert. Dies kann über eine einfache Internetsuche sowie eine Recherche beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) erfolgen. Beim DPMA kann man einen Label-Namen als Marke eintragen lassen. Ob euer präferierter Name noch nicht von einem anderen Unternehmen registriert wurde, kann via Einsteigerrecherche kontrolliert werden.
Weiterhin ist zu beachten, dass Einzelunternehmer, die nicht ins Handelsregister eingetragen sind (was auf die meisten Handmade-Gründer zutrifft), im Geschäftsverkehr nicht mit ihrem Label-Namen, sondern mit Vor- und Nachname auftreten sollten. Der Label-Name kann jedoch zusätzlich aufgeführt werden. Die gesetzliche Verpflichtung ist diesbezüglich entfallen: „§§ 15a und 15b der Gewerbeordnung wurden durch Artikel 9 Nummer 3 des Dritten Gesetzes zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere in der mittelständischen Wirtschaft (Drittes Mittelstandsentlastungsgesetz) vom 17. März 2009 (BGBl. I S. 550) aufgehoben. Die gesetzliche Verpflichtung […] zur Angabe des Namens und einer ladungsfähigen Adresse im Schriftverkehr sind damit entfallen. Es stellt eine Selbstverständlichkeit dar, […] Namen und Adresse in Geschäftsbriefen mitzuteilen. Eine explizite gesetzliche Verpflichtung dazu ist daher nicht erforderlich.“1 Die Angabe des vollständigen Namens im Impressum ist jedoch gesetzlich in § 5 TMG festgelegt.

1 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Stellungnahme der Bundesregierung zu der Entschließung des Bundesrates zur Verordnung über Informationspflichten für Dienstleistungserbringer 2011.

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Geschäftskonto

Erste Schritte By August 10, 2016 Tags: , , No Comments

Wenn sich Existenzgründer bei anderen Gründern über notwendige Gründungsformalitäten informieren, wird immer wieder zu einem Geschäftskonto geraten. Doch ist ein separates Konto fürs Geschäftliche eigentlich vorgeschrieben und worauf sollte man bei der Wahl einer geeigneten Bank achten?

Anders als Kapitalgesellschaften,1 sind Einzelunternehmen und Freiberufler nicht dazu verpflichtet, ein Geschäftskonto für den Zahlungsverkehr zu nutzen, es gibt keinerlei gesetzliche Vorschrift diesbezüglich. Bei einigen Banken wird die geschäftliche Nutzung eines privaten Girokontos jedoch in den AGB ausgeschlossen. Solange die Bank nichts dagegen hat, kann also durchaus ein normales Girokonto für den Geschäftsverkehr genutzt werden. Dafür sprechen die deutlich höheren Gebühren bei einem Geschäftskonto: Zusätzlich zu einer monatlichen Grundgebühr von durchschnittlich 5 € bis 15 € werden Gebühren je Buchung von 0,05 € bis 0,75 € erhoben.2 Je nach Anzahl der Buchungen kann dies eine enorme Kostenbelastung bedeuten. Bei einem privaten Girokonto fällt meist nur eine geringe monatliche Grundgebühr an. Ein Geschäftskonto bietet natürlich auch Vorteile, so ist nur bei diesem die Möglichkeit des Lastschrifteinzugs vom Kunden gegeben. Auch die Trennung zwischen privatem und geschäftlichem Konto ist ein wichtiger Aspekt, den insbesondere Existenzgründer in Betracht ziehen sollten. Eine strikte Trennung erleichtert den Überblick und die Buchführung und falls es zu einer Überprüfung durch das Finanzamt kommt, muss nicht der private Zahlungsverkehr offengelegt werden. Diese Trennung wäre natürlich auch durch zwei private Konten gegeben.
Bei der Wahl des optimalen Finanzdienstleisters sollten neben den Kosten noch andere Aspekte in Betracht gezogen werden: Wird ein persönlicher Ansprechpartner benötigt? Sind Bareinzahlungen möglich? Besteht die Möglichkeit zum Lastschrifteinzug? Wird Wert auf Nachhaltigkeit und Transparenz gelegt, so könnte die Ethikbank die richtige Wahl sein. Reine Online-Banken wie die Fidorbank, die Netbank oder die DAB Bank sind sehr kostengünstig, es fehlt jedoch der persönliche Ansprechpartner und Bareinzahlungen sind zumeist nicht möglich.3
Steuerlich abgesetzt werden können Kontoführungsgebühren als „Nebenkosten des Geldverkehrs“, unabhängig davon, ob ein Geschäftskonto oder ein privates Girokonto genutzt wird. Wird jedoch nur ein Konto für private und geschäftliche Zahlungen genutzt, können die Kosten nur anteilig abgesetzt werden.4 Der Kontoauszug fungiert hierbei als Rechnung.5

1 Kapitalgesellschaften müssen ins Handelsregister eingetragen werden, wobei ein Konto angegeben werden muss, auf welchem die Kapitaleinlage hinterlegt ist. Dieses Konto muss auf den Namen der Gesellschaft geführt werden, was nur bei einem Geschäftskonto möglich ist.
2 Vgl. Finanzchef24.de (Hrsg.), Geschäftskonten – Grobvergleich 2015.
3 Bei der DAB bspw. nur in einer Filiale in München.
4 Vgl. § 4 Abs. 4 EStG.
5 Vgl. Bundesministerium für Finanzen (Hrsg.) (2007), § 14 Umsatzsteuergesetz – Kontoauszüge als Rechnung, Az. IV A 5 – S 7280/ 07/0001.

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Ist der Verkauf privat oder gewerblich?

Erste Schritte By Juli 13, 2016 Tags: , , No Comments

Die grundlegendste Kenntnis beim Verkauf von Produkten ist die, ob man privat oder als Unternehmer handelt. Viele Verkäufer sehen sich als Privatverkäufer, doch dies trifft de facto nur auf sehr wenige Situationen zu.

Wichtig ist diese Unterscheidung, da als Unternehmer zahlreiche Regeln des Verbraucherschutzes zu erfüllen sind, zudem unterliegt man als Unternehmer weiteren Steuerarten (Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Einkommenssteuer). Der Verkauf als Privatperson ist somit um einiges unkomplizierter. Ob man jedoch als Verbraucher (= privat) oder als Unternehmer einzuordnen ist, wird gesetzlich definiert. Der Unternehmerbegriff findet je nach Rechtsgebiet in Deutschland etwas abweichende Definitionen (z.B. BGB, HGB, UStG, EStG). Zusammengefasst gelten die Kriterien: Selbstständig, planmäßig, Beteiligung am wirtschaftlichen Verkehr, auf eine gewisse Dauer angelegt, gegen Entgelt angebotene Leistungen. 1
Auf die Praxis angewendet heißt das, auch der Verkauf kleiner Mengen, die Generierung eines geringen Umsatzes oder die ausschließliche Kostendeckung sind keine Kriterien für einen privaten Verkauf. Dieser liegt nur dann vor, wenn wirklich private Gegenstände verkauft werden, dies kann bei DaWanda z.B. im Rahmen der Vintage-Kategorie oder klassisch bei ebay geschehen. In Bezug auf Handmade-Produkte könnte möglicherweise der Verkauf eines Einzelstücks als privater Verkauf eingeordnet werden, wenn das Produkt ursprünglich nicht für den Verkauf, sondern bspw. als Geschenk für die Tochter gedacht war und wegen Nichtgefallens nun verkauft werden soll. Als Handmade-Gründer ist man jedoch fast immer unternehmerisch tätig.
Die unternehmerische Tätigkeit kann zusätzlich in Gewerbe, Freiberufler und Künstler untergliedert werden.

1  Vgl. BGH, Urteil vom 29.03.2006, Az. VIII ZR 173/05. Weiterhin: Münch-KommBGB/Micklitz, 4. Aufl., § 14 Rdnr. 12 ff.; Soergel/Pfeiffer, BGB, 13. Aufl., § 14 Rdnr. 11; Palandt/Heinrichs, BGB, 65. Aufl., § 14 Rdnr. 2 m.w.Nachw.

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