Grundstücke werden nach Art der baulichen Nutzung in der Baunutzungsverordnung unter anderem in reine Wohngebiete, allgemeine Wohngebiete und Mischgebiete unterschieden.1 Die Bebauungspläne des entsprechenden Gebietes sind bei der zuständigen Gemeinde einsehbar. In reinen Wohngebieten ist die Ausübung eines Gewerbes nur in wenigen Ausnahmefällen gestattet, nämlich wenn sie der „Deckung des täglichen Bedarfs für die Bewohner des Gebiets dienen“.2 Freiberufliche Tätigkeiten sind ebenfalls in reinen Wohngebieten erlaubt.3 Da in Einzelfällen weitere Ausnahmen möglich sind, empfiehlt es sich beim örtlichen Bauamt nachzufragen. In allgemeinen Wohngebieten und in Mischgebieten sind Gewerbebetriebe zulässig, solange sie das Wohnen nicht wesentlich stören.4
Die teilgewerbliche Nutzung einer Wohnung sollte mit dem Vermieter abgesprochen und schriftlich festgehalten werden. Sobald das betriebene Gewerbe nach außen in Erscheinung tritt (z.B. Angabe der Anschrift im Impressum, Firmenname am Briefkasten, laute Maschinen), Kunden in der Wohnung empfangen werden oder Mitarbeiter vor Ort beschäftigt werden, muss der Vermieter dies nicht ohne entsprechende Einigung tolerieren. Laut Urteil des Bundesgerichtshofs von 2009 kann „der Vermieter […] jedoch im Einzelfall nach Treu und Glauben verpflichtet sein, eine Erlaubnis zur teilgewerblichen Nutzung zu erteilen. Sie wird insbesondere dann in Betracht kommen, wenn es sich nur um eine Tätigkeit ohne Mitarbeiter und ohne ins Gewicht fallenden Kundenverkehr handelt.“5  In Berlin ist außerdem zu beachten: Werden mehr als 50 % der Wohnung zu gewerblichen Zwecken genutzt, so muss dies vom jeweiligen Bezirksamt genehmigt werden. Dies gilt nicht, wenn das Gewerbe bereits vor dem 01.05.2014 im jeweiligen Wohnraum ausgeübt wurde.6

1 Vgl. §  §1 – 6 BauNVO.
2 Vgl. § 3 Abs. 3 BauNVO.
3 Vgl. § 13 BauNVO.
4 Vgl. § 4 Abs. 3 und § 6 Abs. 1 BauNVO.
5 Vgl. BGH, Urteil vom 14.07.2009, Az. VIII ZR 165/08.
6 Vgl. § § 1 und 2 Zweckentfremdungsverbot-Gesetz.

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