Seit dem 22.9.2016 gibt es einen neuen Online-Vertriebsweg für Handmade-Verkäufer in Deutschland: Handmade at Amazon ist in Deutschland gestartet. Zuvor war die Handmade-Rubrik nur auf der englischsprachigen Seite www.amazon.com erreichbar.

In der neuen Handmade-Kategorie bei Amazon kann nicht jeder direkt mitmachen, es muss zunächst eine Bewerbung durchlaufen werden und im Erfolgsfall bekommt man anschließend eine Einladung per Mail zugesendet. Die Bewerbung dauert ca. 15-20 Minuten und soll überzeugen, dass die Produkte tatsächlich „Handmade“ sind. Also genau das, was bei DaWanda so häufig kritisiert wird – nämlich billige Massenprodukte, die nicht handgemacht sind – wird hier vorab kontrolliert. Es werden Fragen zu den Produkten und zum Herstellungsprozess gestellt, auch ein Foto vom Arbeitsbereich und vom Arbeitsprozess werden verlangt. Anlässlich dieser Vorgabe vernahm ich einige Kritik in der Community. Ich kann euch jedoch beruhigen: Es wird keineswegs ein perfektes Studio-Foto vom perfekten Atelier erwartet. Ich habe dieses Foto eingereicht und das hat auch ausgerreicht:Hochkonzentriert

Ich bekam heute – nach fast 14 Tagen – die Einladung. Ich habe mich natürlich gefreut und gleich an die Einrichtung des Shops begeben. Der Aufbau einer neuen Vertriebsmöglichkeit ist immer mit viel Arbeit verbunden und es ist ganz normal, dass es ein wenig dauert, bis man sich in das neue System eingearbeitet hat. Zunächst wurden allgemeine Daten erfasst, unter anderem wurde auch nach einer Gewerbeanmeldung und dem Datum dieser Anmeldung gefragt. Auch dieser Punkt wird häufig an DaWanda kritisiert: Dort wird eine Gewerbeanmeldung nicht kontrolliert und es ist theoretisch möglich ohne Gewerbeanmeldung zu verkaufen. Nachdem alle Anmelde-Daten erfasst sind, kann direkt mit der Einrichtung des Shops und dem Einstellen von Artikeln begonnen werden. Um dies den Verkäufern zu erleichtern, wird ein gut aufbereitetes PDF „Erste Schritte“ bereitgestellt, in dem einige wichtige Grundlagen erläutert werden. Weiterführende Informationen und Hilfestellungen bietet zum Beispiel das hauseigene Handmade-Forum. Besonders hervorheben möchte ich die Möglichkeit, Personalisierungen anzubieten und konkret die Optionen zu hinterlegen. Diese können sogar direkt mit Aufpreis verlinkt werden.  Einiges was sonst mühselig vorab via Nachricht geklärt werden muss, kann nun direkt vom Kunden ausgewählt werden. Perfekt wäre es, wenn bei den Optionen noch weitere Bilder hinterlegt werden könnten, dies ist leider nicht möglich. Es können jedoch bis zu 9 Artikelbilder hochgeladen werden, müssen die „Spezial-Bilder“ eben dort mit angezeigt werden.

Bildschirmfoto 2016-10-10 um 22.15.27

Die Gebühren bei Amazon Handmade fallen ein wenig höher aus als bei DaWanda (ich ziehe hier den Vergleich zu DaWanda, da ich bislang den Großteil meiner Verkäufe dort generiere), es gibt keine Einstellgebühr, die Verkaufsprovision liegt bei 12 %.1 Ab Dezember 2017 wird außerdem eine monatliche Abonnementgebühr in Höhe von aktuell 39 € erhoben.2 Daher meine Empfehlung: Wenn ihr unsicher seid, ob ihr euch bei Amazon Handmade bewerben/anmelden sollt, tut es. Da bis 12/2017 keine Grundgebühr und auch keine weiteren Einstellgebühren anfallen, macht ihr im Fall des Nichtverkaufens keinen Verlust (außer natürlich der Zeitverlust, aber dieses Risiko hat man bei neuen Vertriebswegen immer).

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich Amazon Handmade entwickelt. DaWanda bleibe ich natürlich treu, aber es spricht ja nichts gegen einen weiteren Vertriebsweg.


Screenshot meines noch spärlich bestückten Shops.

[Update vom 29.06.2017: Verkaufsgebühren bei Handmade at Amazon]

 

1 Diese werden jedoch auf den Gesamtbetrag (inklusive Versandkosten) erhoben, bei DaWanda hingegen fällt die Provision nur auf den Artikelpreis an.
2 Vgl. Amazon Services (Hrsg.) (2016), Gebührenübersicht für Handmade at Amazon [Letzter Zugriff: 10.10.2016].

 

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