Immer wieder lese ich in Foren die Bitte um Hilfe bei der Namensfindung. Sätze wie „Hilfe, mir fällt kein Name ein“ oder „bitte helft mir mal einen Namen für mein Label zu finden“ sind keine Seltenheit. Der Label-Name ist das, was unter anderem als erstes in Erscheinung tritt und euch im besten Fall das ganze Leben lang begleitet. Er sollte daher gut durchdacht und sorgfältig ausgewählt werden. Dies kann ein Prozess über mehrere Tage oder Wochen sein.

Eine Möglichkeit der kreativen Namensfindung ist ein Brainstorming in Form einer Mind Map. Man schreibt hierfür zunächst alle Wörter nieder, die in Bezug auf das eigene Unternehmen einfallen. Bei der Wortwahl gibt es keine Einschränkungen, auch Werte bspw. gehören in eine Mind Map. Wichtig ist dabei, sich keinerlei Grenzen zu setzen, nehmt euch Zeit, Ruhe und viel Papier. Anschließend „spielt“ man mit den Wörtern ein wenig rum, kombiniert sie, ändert die Reihenfolge etc. Meist entsteht so schon eine kleine Auswahl an möglichen Namen. Oft hilft es dann die Map ein paar Tage liegen zu lassen und nach einiger Zeit mit frischen Gedanken sich erneut mit der Namensfindung zu beschäftigen. An dieser Stelle ist es natürlich auch ok, sich ein wenig Input von Außen zu holen. Der Grundgedanke sollte aber dennoch vom Gründer selbst kommen, denn dieser muss sich mit dem Namen identifizieren und hinter ihm stehen.

Ebenfalls problematisch kann es sein, den Namen nach einiger Zeit wieder zu ändern, auch das sehe ich leider viel zu häufig. Eine nachträgliche Namensänderung führt dazu, dass der Internetauftritt und alle Social-Media-Präsenzen umbenannt werden müssen. Visitenkarten und Flyer müssen neu gedruckt werden, so eine Änderung kann also auch erhebliche finanzielle Folgen haben. Für uns als Handmade-Gründer die schlimmste Folge ist jedoch der mögliche Verlust von Kunden. Eure Kunden kennen euch unter einem Namen und wollen sie nun erneut bestellen, finden sie euch vielleicht nicht wieder. Mir erging es aus Kundensicht auch schon einmal so. Ich hatte bei Facebook einen Künstler entdeckt, der wunderschöne Zeichnungen als Postkartendrucke anbot. Nach einiger Zeit entschied ich mich dort Karten zu bestellen, konnte ihn bei Facebook unter dem entsprechenden Namen aber nicht mehr finden. Monate später erblickte ich ihn glücklicherweise auf einem Handmade-Markt in Berlin und stellte fest, dass er sein Label umbenannt hatte. Mich hat er durch diesen Zufall als Kunden behalten, aber wie viele Kunden hat er verloren?
Ist ein guter Name gefunden, so sollte überprüft werden, dass er noch nicht am Markt existiert. Dies kann über eine einfache Internetsuche sowie eine Recherche beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) erfolgen. Beim DPMA kann man einen Label-Namen als Marke eintragen lassen. Ob euer präferierter Name noch nicht von einem anderen Unternehmen registriert wurde, kann via Einsteigerrecherche kontrolliert werden.
Weiterhin ist zu beachten, dass Einzelunternehmer, die nicht ins Handelsregister eingetragen sind (was auf die meisten Handmade-Gründer zutrifft), im Geschäftsverkehr nicht mit ihrem Label-Namen, sondern mit Vor- und Nachname auftreten sollten. Der Label-Name kann jedoch zusätzlich aufgeführt werden. Die gesetzliche Verpflichtung ist diesbezüglich entfallen: „§§ 15a und 15b der Gewerbeordnung wurden durch Artikel 9 Nummer 3 des Dritten Gesetzes zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere in der mittelständischen Wirtschaft (Drittes Mittelstandsentlastungsgesetz) vom 17. März 2009 (BGBl. I S. 550) aufgehoben. Die gesetzliche Verpflichtung […] zur Angabe des Namens und einer ladungsfähigen Adresse im Schriftverkehr sind damit entfallen. Es stellt eine Selbstverständlichkeit dar, […] Namen und Adresse in Geschäftsbriefen mitzuteilen. Eine explizite gesetzliche Verpflichtung dazu ist daher nicht erforderlich.“1 Die Angabe des vollständigen Namens im Impressum ist jedoch gesetzlich in § 5 TMG festgelegt.

1 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Stellungnahme der Bundesregierung zu der Entschließung des Bundesrates zur Verordnung über Informationspflichten für Dienstleistungserbringer 2011.

Share: