Besteht als Handmade-Gründer die Pflicht für jeden Verkauf eine Rechnung auszustellen und welche Angaben müssen auf der Rechnung enthalten sein? Diese Fragen werden im heutigen Beitrag behandelt.

Als Unternehmer besteht die Pflicht, innerhalb von sechs Monaten nach Leistungserbringung eine Rechnung auszustellen, sofern der Leistungsempfänger ein Unternehmer oder eine juristische Person ist.1 Ist der Leistungsempfänger ein privater Endverbraucher, so gilt diese Pflicht nicht, für eine übersichtliche Buchhaltung ist es jedoch empfehlenswert.

Zitat_Rechnungspflicht

Die Angaben, welche auf der Rechnung enthalten sein müssen, sind gesetzlich geregelt. Die Vollständigkeit der Angaben ist insbesondere für den Vorsteuerabzug entscheidend: Rechnungen mit fehlenden oder fehlerhaften Angaben werden möglicherweise nicht vom Finanzamt anerkannt und der Vorsteuerabzug wird verweigert.2

Diese Angaben müssen auf der Rechnung enthalten sein:

  1.   Name und Anschrift des leistenden Unternehmers
  2.   Name und Anschrift des Leistungsempfängers
  3.   Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Ausstellers
  4.   Ausstellungsdatum
  5.   Rechnungsnummer (einmalig vergeben und fortlaufend)
  6.   Menge und Bezeichnung der gelieferten Gegenstände bzw. Art und Umfang der Leistung
  7.   Termin der Lieferung oder Leistung
  8.   die ggf. nach Steuersätzen aufgeschlüsselten Netto-Beträge
  9.   Steuersatz und die jeweils darauf entfallenden Steuer-Beträge3

 

In der Abbildung seht ihr ein Beispiel, alle wichtigen Pflichtangaben sind markiert.

 

Bei Rechnungen über Kleinbeträge (≤ 150 €) müssen nur folgende Angaben auf der Rechnung enthalten sein:

  1.   Name und Anschrift des leistenden Unternehmers
  2.   Ausstellungsdatum
  3.   Menge und Bezeichnung der gelieferten Gegenstände bzw. Art und Umfang der Leistung
  4.   Bruttobetrag
  5.   Steuersatz der darin enthaltenen Umsatzsteuer4

Für Kleinunternehmer gelten die gleiche Angaben, statt dem Steuersatz und den darauf entfallenden Steuerbeträgen muss jedoch ein Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung erfolgen, bspw.: Kein Ausweis von Umsatzsteuer, da Kleinunternehmer gemäß § 19 Abs. 1 UStG. Wird fälschlicherweise ein Umsatzsteuer-Betrag angegeben, so muss dieser auch abgeführt werden.5

1 Vgl. § 14 Abs. 2 UStG.
2 Vgl. BFH, Urteil vom 24.08.2006, Az. V R 16/05.
3 Vgl. § 14 Abs. 4 UStG.
4 Vgl. § 4 UStDV.
5 Vgl. Finanzamt Würzburg (Hrsg.), Der Kleinunternehmer o.J., S. 2.

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