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Versandkosten-Pauschale

E-Commerce By Juli 18, 2017 Tags: , , , 2 Comments

Ab und an werde ich von Kunden gefragt, warum meine Versandkosten denn so hoch sind, „das Porto ist doch viel billiger“. Ich fasse solche Anfragen keineswegs böse auf, die meisten Kunden wissen einfach nicht, was neben dem Porto außerdem für Kosten für uns Verkäufer anfallen. Ich versuche den Kunden die berechneten Versandkosten dann möglichst transparent aufzuzeigen, bislang ausnahmslos fanden dies alle Kunden interessant und bedankten sich höflich für die Information. Die folgende Berechnung (siehe Abbildung) könnt ihr euren Kunden gerne ebenfalls zur Verfügung stellen. Im heutigen Beitrag möchte ich euch aufzeigen, was es bei den Versandkosten zu beachten gibt und wie sich meine Versandkosten-Pauschale zusammensetzt.

Die rechtlich korrekte Angabe von Preisen ist im Online-Handel in der Preisangabenverordnung geregelt. In dieser wird auch festgelegt, dass ggf. anfallende Versandkosten transparent aufgezeigt werden müssen. Werden Versandkosten berechnet, so muss angegeben werden, dass der Endpreis mit Hinzurechnung dieser Versandkosten erhoben wird (z.B. „zzgl. Versandkosten),1 dieser Hinweis sollte mit einer Versandkostenübersicht verknüpft sein.2 Fallen keine zusätzlichen Versandkosten an, so muss dies in gleicher Weise dargestellt werden (z.B. „keine Versandkosten“ oder „inkl. Versand“).
Wie hoch die jeweiligen Versandkosten sind, kann individuell vom Verkäufer selbst festgelegt werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Variante ist es, nur das reine Porto zu berechnen und alle weiteren Bestandteile (Verpackung etc.) in den Artikelpreis einzurechnen. Das Angebot eines kostenlosen Versands wäre eine weitere Möglichkeit, dabei werden alle anfallenden Kosten in den Produktpreis einkalkuliert. Ich bevorzuge die Verwendung von Versandkosten-Pauschalen, dabei werden alle Kosten, die mit Verpackung und Versand in Zusammenhang stehen, in diese Pauschale eingerechnet. Ich empfinde diese Variante als am transparentesten, da die Preisbestandteile der Lieferung nicht dem Produktpreis zugerechnet werden, sondern dort erhoben werden, wo sie auch tatsächlich anfallen. In der Abbildung seht ihr eine Beispiel-Berechnung für einen Großbrief. Je nachdem, ob ich im Karton oder im Umschlag versende (dies ist vom Produkt abhängig), ändert sich der Preis, daher bildet meine Pauschale einen Mittelwert aus beiden Varianten. Die Fahrtkosten zur Post habe ich mit 0,00 € angesetzt, da für mich in dieser Hinsicht keine Kosten anfallen. Entstehen bei euch jedoch Kosten (z. B. weil ihr mit dem Auto fahrt), dann solltet ihr diese Kosten ebenfalls einkalkulieren. Weiterhin ist zu erwähnen, dass auch auf Versandkosten Umsatzsteuer abgeführt werden muss (Es sei denn man hat den Kleinunternehmerstatus gemäß § 19), im Porto ist jedoch keine Umsatzsteuer enthalten, es kann daher keine Vorsteuer abgezogen werden.

berechnung_versandkostenpauschale

Zusammenfassend ist zu sagen, dass alle anfallenden Kosten in Bezug auf die Lieferung dem Kunden auferlegt werden, dies kann im Produktpreis oder in den separat aufgeführten Versandkosten geschehen.

1 Vgl. § 1  Abs. 2 PAngV.
2 Vgl. Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 4 EGBGB.

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Update: Verkaufsgebühren bei Handmade at Amazon

E-Commerce By Juni 29, 2017 Tags: , , 2 Comments

Der heutige Newsletter von Handmade at Amazon löste sicherlich in vielen Handmade-Verkäufern große Freude aus, denn es wurde verkündet, dass die monatliche Abonnementgebühr von 39€ zunächst weiterhin entfällt. Bisher gab es die Information, dass diese Gebühr für Handmade-Verkäufer nach dem 31.12.2017 anfallen sollte. Ab wann die Gebühr fällig wird oder ob dauerhaft darauf verzichtet wird, wurde jedoch nicht verkündet.

Einer weitere positive Nachricht ist, dass die Verkaufsgebühren bis einschließlich 31.12.2018 bei 12% bleiben und erst danach auf 15% erhöht werden.

Verkäufer von handgefertigten Schuhen und Bekleidung haben ebenfalls ein Grund zur Freude: Bislang gab es noch keine Kategorien für diese Produkte bei Handmade at Amazon, diese sollen aber demnächst freigeschaltet werden. Dies wurde ebenfalls im heutigen Newsletter verkündet.

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Hier geht es zu den Artikeln Anmeldung bei Handmade at Amazon und Erfahrungen bei Handmade at Amazon.

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Arbeiten von unterwegs

Workflow By Juni 28, 2017 Tags: , No Comments

In Zeiten der Digitalisierung und des Online-Handels sind viele von uns Handmade-Gründern unausweichlich auf Computer und Internet angewiesen. Wir müssen Kundenanfragen beantworten, Angebote erstellen, Rechnungen schreiben, Bestellungen bestätigen, Entwürfe anfertigen, Social Media Kanäle bedienen, Fotos bearbeiten und und und.

Das Arbeiten ohne Computer und Internet ist meist nur in sehr kleinem Rahmen möglich. Um möglichst effizient arbeiten zu können, ist es daher umso wichtiger, dass die Grundvoraussetzungen, nämlich das Vorhandensein von einem digitalen Endgerät und  eine Internetanbindung gegeben ist. Um möglichst flexibel arbeiten zu können, sollten diese Voraussetzungen nicht nur am Arbeitsplatz gegeben sein. Auch unterwegs ist die digitale Anbindung für uns Selbstständige sehr wichtig. Bis vor einiger Zeit wurde ich gen Ende des Monats nervös, wenn sich mein Datenvolumen dem Ende neigte. Oder wenn sich mein Handyakku verabschiedete und ich keine Steckdose und/oder mein Ladegerät zur Hand hatte. Ich hielt ständig Ausschau nach einem freien W-LAN, Urlaubsdomizile wurden nach Verfügbarkeit von Internet ausgewählt.

Zwei einfache technische Anschaffungen haben mir das Leben nun deutlich erleichtert und ich kann jedem (auch Nicht-Selbstständigen) nur dazu raten:

  1. Eine Powerbank. Dies ist ein externer Akku, über welchen das Handy (oder ein anderes Endgerät) geladen werden kann. Je nach Ausführung kann eine geladene Powerbank bis zu sieben Handyladungen enthalten. Meine Powerbank ist von Anker, aber es gibt viele verschiedene Geräte in unterschiedlichen Preiskategorien.

    Powerbank als externe Ladestation [Link zu Amazon]

  2. Ein mobiler W-LAN-Router. Natürlich kann man auch sein normales Datenvolumen fürs Mobilgerät aufstocken, ich wollte jedoch meinen Handyvertrag nicht ändern und habe mich daher für diese Variante entschieden. Der Router ist sehr klein, ich kann ihn immer mitnehmen und muss mir nun auch im Urlaub keine Sorgen mehr ums Internet machen. Seit die Roaming-Gebühren gesetzlich weggefallen sind, kann ich darüber auch im europäischen Ausland ohne zusätzliche Kosten Internet nutzen. Mehrere Endgeräte können zeitgleich auf den W-LAN-Router zugreifen, dieser ist natürlich passwortgeschützt.Nach ausgiebiger Recherche habe ich mich für einen Vertrag bei 1&1 entschieden, dort zahle ich 6,99€ je Monat (ab dem 13. Monat 9,99€) für 3 GB. Bei der Wahl des Datenvolumens sollte Folgendes beachtet werden: Da am Laptop die Websites nicht mobil optimiert sind und auch Hintergrundprozesse Datenvolumen verbrauchen, wird dort um einiges mehr Traffic verbraucht als an mobilen Endgeräten. Bei der Wahl des Vertrages sollte daher großzügig kalkuliert werden.

    Mobiler W-Lan-Router

    Mobiler W-LAN-Router von 1&1

Diese beiden Anschaffungen haben meinen Alltag als Handmade-Gründerin sehr erleichtert, weshalb ich diese Empfehlungen gerne weitergebe.

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Versandmöglichkeiten

E-Commerce By April 26, 2017 Tags: , , No Comments

Für den Versand der Ware gibt es zahlreiche Möglichkeiten, welche individuell abgewogen werden müssen. Grundsätzlich wird unterschieden in versicherten und unversicherten Versand, wobei das Versandrisiko immer beim Verkäufer liegt.1 Durch die Wahlmöglichkeit für den Käufer zwischen versichertem und unversichertem Versand darf nicht suggeriert werden, dass dieser das Risiko trägt.2
Die am weitesten verbreitete Versandart ist der Brief von der Deutschen Post, welcher grundsätzlich unversichert ist. Dieser kann jedoch durch die Zusatzleistung „Einschreiben“ aufgewertet werden. Die Konditionen variieren je nach gewählter Zusatzleistung, Haftung ist bis zu 25 € möglich, eine Sendungsverfolgung steht bei allen Varianten zur Verfügung.3 Übersteigt die zu versendene Ware in Größe oder Gewicht den Bestimmungen eines Briefes oder ist der zu versichernde Wert größer als 25 €, sollte als Paket versendet werden. Diese Versandart wird von verschiedenen Dienstleistern wie DHL, DPD, Hermes oder GLS angeboten. Welches Unternehmen sich als am besten geeignet erweist, sollte individuell nach Aspekten wie Erfahrungswerten, Standort der Einlieferungsstelle, Versicherungswert und Preis der am häufigsten versendeten Verpackungsgröße bestimmt werden.
Ein weiterer Aspekt ist die USt, welche bei bspw. der Deutschen Post und der DHL bei den meisten Leistungen nicht ausgewiesen ist,4 weshalb sie nicht als Vorsteuer geltend gemacht werden kann. Sofern der Handmade-Verkäufer umatzsteuerpflichtig ist, muss diese jedoch beim Kunden auch auf das Porto erhoben werden, daher sollte genau überprüft werden, ob es günstiger ist ein Versandunternehmen zu wählen, bei welchem die USt ausgewiesen wird.
Um den Aufwand des Frankierens möglichst gering zu halten, werden von den Versandunternehmen zahlreiche Möglichkeiten wie die Internetmarke oder die Online-Frankierung angeboten. Besonders hervorheben möchte ich das Portal paket.de von DHL, auf welchem man alle aktuellen Sendungen gut im Überblick hat. Adressen von Stammkunden können im Adressbuch hinterlegt werden, über den  Anbieter billbee [Verlinkung zum Anbieter Billbee] können Adressdaten via CSV-Datei in wenigen Schritten importiert werden. Für Vielversender lohnt es sich DHL-Paketmarken im Set zu kaufen, so gibt es bspw. 100 Marken für 2 kg-Pakete für je 4,69 € statt 4,99 €. Via Coupon-Code werden diese bei der Online-Frankierung eingelöst, wodurch auch die Rechnungsanforderung bei jeder einzelnen Frankierung entfällt, auf einer Sammelrechnung wird der Betrag für alle 100 Marken ausgewiesen.5 Bei einem Versand von mehr als 200 Paketen im Jahr gibt es günstigere Geschäftskundenpreise, bei diesen wird die USt ausgewiesen.5 Durch die Nutzung solcher Angebote und Möglichkeiten kann die Bestellabwicklung deutlich effizienter gestaltet werden, weshalb insbesondere bei größerem Verkaufsvolumen darauf zurückgegriffen werden sollte.

1 Vgl. § 474 Abs. 2.
2 Vgl. LG Frankfurt am Main, Urteil vom 08.11.2012, Az. 2-03 O 205/12./span>
3 Vgl. Deutsche Post AG (Hrsg.) (2015), Dokumentierte Zustellung für Ihre Briefe. [Letzter Zugriff: 23.04.2017].
4 Vgl. § 4 Nr. 8i UStG.
5 Vgl. DHL Vertriebs GmbH (Hrsg.) (2015), Paket.de.
6 Vgl. Deutsche Post DHL Group (Hrsg.) (2015), Geschäftskunde werden und kräftig sparen. [Letzter Zugriff: 24.03.2017].

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Handmade at Amazon II (Erfahrungen)

E-Commerce By Februar 1, 2017 Tags: , , 4 Comments

Nachdem ich nun gut drei Monate bei Handmade at Amazon vertreten bin, möchte ich gerne meine Erfahrungen mit euch teilen. Meine Erfahrungen bezüglich der Anmeldung habe ich in dem Beitrag Handmade at Amazon I niedergeschrieben.

Um es direkt vorneweg zu nehmen: Mein Urteil fällt durchweg positiv aus. Den ersten Verkauf hatte ich bereits 2 Tage nach meiner Shop-Eröffnung. Seitdem verkaufe ich beinahe täglich. Auf anderen Plattformen hat es deutlich länger gedauert, bis sich eine höhere Anzahl an Verkäufen einstellte. Ein kleiner Einblick in meine Zahlen: In diesem Januar machen die Amazon-Verkäufe bereits 34% des Absatzes aus und 24% des Gesamtumsatzes (Die Differenz kommt dadurch zustande, dass ich vor allem einige der preiswerteren Artikel gut über Handmade at Amazon verkaufe). Betrachte ich die vergangenen Monate, so ist die Tendenz steigend.

Auch mit dem Workflow auf der Plattform bin ich zufrieden. Die Arbeitsprozesse (Artikel einstellen und bearbeiten, Verkaufsabwicklung, Kommunikation mit dem Kunden etc.) sind gut strukturiert und leicht zu erfassen. Nach kürzester Zeit war ich gut eingearbeitet und komme mittlerweile mit dem System sehr gut zurecht. Da Artikelvarianten/Zusatzoptionen [Erläuterung siehe Beitrag I] direkt beim Produkt hinterlegt werden können, fällt der Kommunikationsaufwand im Vergleich zu anderen Portalen deutlich geringer aus. Der Kunde kann bspw. ein personalisiertes Stammbuch in Wunsch-Farbkombination direkt ohne vorherigen Kontakt bei Amazon bestellen und bekommt auch den richtigen Preis ausgegeben. Dies stellt eine immense Zeitersparnis dar. Des Weiteren erfolgt die ganze Zahlungsabwicklung direkt über den Anbieter, auch darum müssen wir Verkäufer uns also nicht kümmern.

Die Kommunikation mit Amazon ist ebenfalls tadellos: Nachdem ich eine Frage an den Kundendienst schrieb (es ist leider nicht möglich bei einem Artikel die Kategorie zu ändern, es muss dann ein komplett neuer Artikel angelegt werden), wurde ich binnen weniger Minuten telefonisch zurückgerufen und konnte meine Frage persönlich mit einer Mitarbeiterin klären. Im Bereich Reklamation/Widerruf konnte ich leider 😉 noch keine Erfahrungen sammeln.

Weiterhin ist mir positiv aufgefallen, dass meine Artikel in der Suche schon relativ weit vorne auftauchen, auch wenn nicht explizit in der Handmade-Kategorie sondern unter „alle Kategorien“ gesucht wird. Das heißt auch Kunden, welche allgemein auf Amazon unterwegs sind, ohne sich auf die Handmade-Kategorie zu beschränken, werden meine Produkte angezeigt. Dies bezieht sich vor allem auf Produkte, die schon mehrfach verkauft wurden, diese werden also besser gelistet. Beispiel: Ein Leporello, welches mittlerweile 10x über Amazon gekauft wurde, befindet sich bei der Suche nach „Leporello“ ohne Kategorie-Einschränkung („alle Kategorien“) bereits auf Seite 2 der Ergebnisse. Bei der Beschränkung auf die Handmade-Kategorie erscheint es sogar auf Platz 1.

Nach diesen Erfahrungen der ersten Monate kann ich meine Empfehlung für ein Verkaufskonto bei Handmade at Amazon wiederholen. Weiterhin gilt: Bis einschließlich 12/2017 werden für Handmade-Verkäufer keine Grundgebühren/Einstellgebühren erhoben.1

[Update vom 29.06.2017: Verkaufsgebühren bei Handmade at Amazon]

1 Vgl. Amazon Services (Hrsg.) (2016), Gebührenübersicht für Handmade at Amazon [Letzter Zugriff: 27.01.2017].

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Lieferzeitangabe

E-Commerce By Januar 25, 2017 Tags: , , No Comments

Im Online-Handel muss der Unternehmer darüber informieren, bis zu welchem Termin er die Ware liefern muss.1 Bislang2 genügte die Angabe „Lieferung 3-5 Tage ab Zahlungseingang“, nun ist es aber entscheidend, dass der Verbraucher sich das Datum der Lieferung selbst ausrechnen können muss. Die angegebene Lieferzeit beginnt daher mit aufgegebener Zahlung seitens des Kundens. Die Zeit für den Zahlungsverkehr, mögliche Produktionszeit sowie die Versanddauer muss in die Lieferzeit einkalkuliert werden, auch arbeitsfreie Tage wie das Wochenende müssen beachtet werden. Über die abweichende Versanddauer in verschiedene Länder muss ebenfalls informiert werden, dies kann bspw. über einen Sternchenhinweis geschehen. Die It-Recht-Kanzlei empfiehlt bspw. folgende Vorgehensweise: „Lieferzeit 3-5 Tage*“ (Angabe beim jeweiligen Artikel), „*Gilt für Lieferungen nach Deutschland. Informationen zur Berechnung des Liefertermins siehe hier <Link zur Versandinfoseite>“ (im Footer gut einsehbar).3
Ungenaue Lieferzeitangaben wie „ voraussichtlich“ oder „in der Regel“ sind abmahngefährdet, die Angabe „ca.“ wurde vom OLG München jedoch als rechtens eingestuft.4 Des Weiteren sollte beachtet werden, dass an unterschiedlichen Stellen im Online-Auftritt nicht auf verschiedene Lieferzeiten verwiesen wird, dies wäre irreführend und ebenfalls abmahngefährdet.5

1 Vgl. Art. 246a § 1 Abs. 7 EGBGB.
2 bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie am 13.06.2014
3 Vgl. Nagel (2014), Ungenaue Lieferzeiten: werden aktuell abgemahnt. [Letzter Zugriff: 24.01.2017].
4 Vgl. OLG München, Urteil vom 08.10.2014, Az. 29 W 1935/14.
5 Vgl. § 5 Abs. 1 UWG.

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Preise richtig angeben

Basiswissen By Juli 27, 2016 Tags: , , , , , , No Comments

Für die Angabe von Preisen gibt es konkrete Vorschriften, die häufig nicht korrekt umgesetzt werden. Dies betrifft z.B. die Auszeichnung der Umsatzsteuer bzw. des Kleinunternehmerstatus, PayPal-Aufschläge, Versandkosten sowie die Grundpreisangabe. Auf die Umsetzung einiger Vorschriften haben wir beim Verkauf auf einem Portal wie DaWanda oder ebay keine Einflussmöglichkeit, da uns die technische Eingriffs-Option fehlt, wir müssen uns dann auf die korrekte Implementierung durch den Anbieter verlassen. Bei einem eigenen Online-Shop ist jedoch die Realisierung jeglicher Vorgaben zu berücksichtigen.

Die rechtlich korrekte Auszeichnung von Preisen wird in der Preisangabenverordnung (PAngV) geregelt. Die Vorschriften gelten für das Warenangebot von Gewerbetreibenden an Endverbraucher, der B2B bleibt von den Anweisungen unberührt.1 Grundvorschrift ist, dass der ausgewiesene Preis als Gesamtpreis angegeben werden muss, inklusive Umsatzsteuer und allen sonstigen Preisbestandteilen.2
Sind Kosten für den Zahlungsverkehr Bestandteil des Gesamtpreises, wie bspw. PayPal-Gebühren, so müssen diese vor Verkaufsabschluss klar ausgewiesen werden und im Gesamtpreis bereits enthalten sein. Diese Gebühren dürfen jedoch nur erhoben werden, wenn dem Kunden eine gängige und zumutbare unentgeltliche Zahlungsmöglichkeit zur Verfügung steht und der angesetzte Betrag nicht über die tatsächlichen Kosten hinausgeht.3 Bei einem eigenen Online-Shop können diese Voraussetzungen durchaus erfüllt werden, bei bspw. DaWanda hingegen ist es technisch nicht möglich, da die zusätzlich erhobenen Kosten nicht im Gesamtpreis angezeigt werden können. Das nachträgliche Hinzurechnen der Kosten im Rahmen der Verkaufsbestätigung (d.h. nachdem der Kunde den Kauf getätigt hat) ist rechtlich nicht korrekt. Des Weiteren fehlerhaft ist die Erhebung einer Pauschale, welche die entstehenden Kosten übersteigt: Wird bei einem kleinpreisigen Artikel von 1,50 € bspw. vom Käufer eine pauschale PayPal-Gebühr in Höhe von 0,50 € verlangt, so wäre dies rechtswidrig. Bei einer aktuellen tatsächlichen Gebühr von 0,35 € + 1,9  % (ausgenommen individuelle Händlerkonditionen) dürfte die angesetzte Pauschale 0,38 € nicht überschreiten. Bei eBay ist es laut AGB untersagt, die PayPal-Gebühren vom Käufer einzufordern.4 Daher ist es empfehlenswert, die entstehenden Kosten direkt in den Artikelpreis oder die Versandpauschale mit einzukalkulieren. Andere sonstige Preisbestandteile wie bspw. ein Mindermengenzuschlag, müssen ebenfalls klar ausgezeichnet und im erhobenen Gesamtpreis enthalten sein.5
Im Fernabsatzhandel muss außerdem angegeben werden, dass der Endpreis mit Hinzurechnung von Versandkosten erhoben wird (z.B. „zzgl. Versandkosten),6 dieser Hinweis sollte auf eine Versandkostenübersicht verlinken.7 Fallen keine zusätzlichen Versandkosten an, muss dies in gleicher Weise angeführt werden (z.B. „inkl. Versand“ oder „keine Versandkosten“). Ebenfalls Pflicht ist die Angabe, dass der Endpreis Umsatzsteuer enthält (z.B. „inkl. USt“). Ist im Gesamtpreis keine Umsatzsteuer enthalten, da der Gewerbetreibende gemäß Kleinunternehmerregelung keine erhebt, wird darauf hingewiesen (z.B. „USt wird nicht ausgewiesen [Kleinunternehmer, § 19 UStG]“).8 Gemäß § 5 UWG ist die Werbung mit Selbstverständlichkeiten irreführend, daher darf der Zusatz „inkl. USt“ nicht besonders hervorgehoben werden, um nicht zu suggerieren, dass bei diesem Angebot eine Besonderheit im Vergleich zu den Mitbewerbern vorherrscht.9
Auch im Offline-Handel müssen die Vorschriften der PAngV beachtet werden: Die Ware muss durch Preisschilder oder Beschriftung ausgezeichnet werden.10 Dies ist für Handmade-Verkäufer insbesondere auch bei der Präsentation der Produkte an einem Marktstand zu beachten, zusammenfassende Aufsteller oder Preislisten sind nur rechtens, wenn die Preise leicht erkennbar und eindeutig zuordenbar sind.
Wird Ware in einer anderen Einheit als der Anzahl angeboten (z.B. Gewicht, Volumen, Länge, Fläche), so muss neben dem Gesamtpreis auch der Grundpreis angegeben werden. Auf diese Angabe kann verzichtet werden, wenn Gesamtpreis und Grundpreis identisch sind.11 Als Mengeneinheit für den Grundpreis sind ein Kilogramm, ein Liter, ein Kubikmeter, ein Meter und ein Quadratmeter vorgegeben, die Auszeichnung von bspw. Stoff in Quadratzentimetern oder halben Metern wäre daher fehlerhaft. Der Grundpreis ist auch bei zusammengestellten Stoff-Sets sowie bei Bändern anzugeben, wie bspw. Washi- oder Masking-Tape, welches im Handmade-Bereich stark verbreitet ist.12 Genauso wie bei dem Hinweis auf Umsatzsteuer, muss bei der Grundpreisangabe darauf geachtet werden, dass diese nicht prominenter als der Gesamtpreis ausgezeichnet ist, da dies irreführend wäre.13

Die vollständig korrekte Preisauszeichnung für bspw. einen halben Meter Stoff im Online-Handel wäre daher:

0,5 m 6,50 € inkl. USt, zzgl. Versand
Grundpreis 13 € / m

 

1 Vgl. § 9 Abs. 1 PAngV.
2 Vgl. § 1 Abs. 1 PAngV.
3 Vgl. § 312a Abs. 4 BGB.
4 Vgl. eBay (Hrsg.), Allgemeine Geschäftsbedingungen für die Nutzung der deutschsprachigen eBay-Dienste, § 3 Abs. 10 2014. URL: http://pages.ebay.de/help/policies/user-agreement.html?rt=nc [Letzter Zugriff: 19.07.2016].
5 Vgl. OLG Hamm, Urteil vom 28.06.2012, Az. I-4 U 69/12.
6 Vgl. §1  Abs. 2 PAngV.
7 Vgl. Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 4 EGBGB.
8 Vgl. OLG Hamm, Urteil vom 19.11.2013, Az. 4 U 65/13.
9 Vgl. Bundesgerichtshof, Urteil vom 15.11.1990, Az. I ZR 30/89.
10 Vgl. § 4 Abs. 1 PAngV.
11 Vgl. § 2 Abs. 1 PAngV.
12 Vgl. § 33 Abs. 1 FertigPackV.
13 Vgl. § 5 Abs. 1 UWG.

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Impressum

E-Commerce By Juli 20, 2016 Tags: , , , No Comments

Ein fehlerhaftes, unvollständiges oder fehlendes Impressum ist ein häufiger Grund für Abmahnungen. Es ist jedoch gar nicht schwer selbst zu erstellen, das Gesetz gibt hier klare Vorgaben. Insbesondere für Handmade-Gründer, die zumeist in der Unternehmensform des Einzelunternehmens gründen, sind die verpflichtenden Angaben überschaubar. Das Impressum wird auch als Anbieterkennzeichnung bezeichnet.

Laut § 5 TMG müssen Diensteanbieter von „geschäftsmäßige[n] (Erg. des Verf.), in der Regel gegen Entgelt angebotene[n] (Erg. des Verf.) Telemedien“ ein Impressum angeben. Nur in wenigen Fällen wie bspw. der rein privaten Nutzung eines Webauftrittes, entfällt die Pflicht der Anbieterkennzeichnung. Diese Pflicht gilt für jegliche elektronische Informations- und Kommunikationsdienste, dementsprechend muss das Impressum neben der Website auch auf dem Blog, bei Facebook, Twitter und anderen Kanälen angegeben werden.1 Auch eine sogenannte „Baustellenseite“, d.h. ein Internetauftritt, welcher sich noch im Aufbau befindet, kann unter die Impressumspflicht fallen. Dabei ist es entscheidend, welche Informationen auf der Seite wiedergegeben werden. Sobald bereits eine geschäftliche Tätigkeit zu erkennen ist (z.B. Verweis auf die sich im Aufbau befindende Internetseite) muss der Anbieter den gesetzlichen Informationspflichten nachkommen.2
Das Gesetz sieht eine Reihe von Pflichtangaben vor, wobei für die meisten Handmade-Verkäufer nur diese relevant sind: Vollständiger Name (bei einer GbR müssen alle Gesellschafter angegeben werden) und Anschrift, Telefonnummer, Email-Adresse, Handelsregister mit entsprechender Registernummer (falls vorhanden) sowie UST-ID (falls vorhanden). Sofern eine Faxnummer vorhanden ist, sollte auch diese angegeben werden. Die Steuernummer sollte nicht aufgeführt werden, wie es häufig fälschlicherweise praktiziert wird. Die Telefonnummer darf keine kostenpflichtige Mehrwertdienstenummer sein.3 Eine Telefonnummer ist nicht zwingend notwendig, wenn eine andere schnelle Kontaktmöglichkeit zur Verfügung gestellt wird, dies wäre bspw. ein elektronisches Kontaktformular.4 Empfehlenswert ist die Nennung einer Rufnummer aus Gründen der Kundenfreundlichkeit und Seriosität dennoch.
Bei vielen Verkaufsportalen wie DaWanda, Etsy oder Ebay ist die Platzierung des Impressums bereits vorgegeben und die Daten müssen nur noch über eine Eingabemaske eingefügt werden. Wird jedoch ein eigener Web-Auftritt verwirklicht, so muss sich auch mit der rechtssicheren Positionierung des Impressums auseinandergesetzt werden. Laut § 5 TMG muss die Anbieterkennzeichnung „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ gehalten werden. Dies bedeutet, das Impressum muss über einen eindeutigen Begriff wie Impressum, Anbieterkennzeichnung oder Kontakt verlinkt sein. Des Weiteren sollte es innerhalb der Website über maximal zwei Verlinkungen erreicht werden können.5 Auch zu beachten ist, dass das Impressum auf jeglichen mobilen Endgeräten die Anforderungen an die Erreichbarkeit erfüllen muss. Bevor Facebook im März 2014 ein Impressumsfeld für Fanseiten eingeführt hat, war es nicht so einfach die Anbieterkennzeichnung korrekt anzeigen zu lassen, sodass es zu Abmahnungen in dem Bereich kam.6
Je nach Design-Update der entsprechenden Apps kann es passieren, dass das Impressum nicht mehr rechtssicher angezeigt wird, weshalb es empfehlenswert ist, die eigenen Seiten auf entsprechenden Endgeräten regelmäßig zu überprüfen.

1 Vgl. LG Aschaffenburg, Urteil vom 19.08. 2011, Az. 2 HK O 54/11.
2 Vgl. LG Aschaffenburg, Urteil vom 03.04. 2012, Az. 2 HK O 14/12.
3 Vgl. LG Frankfurt am Main, Urteil vom 02.10. 2013, Az. 2-3 O 445/12.
4 Vgl. EuGH, Urteil vom 16.10.2008, Az. C-298/07.
5 Vgl. OLG München, Urteil vom 11.09.2003, Az. 29 U 2681/03.
6 Vgl. OLG Hamm, Urteil vom 20.05.2010, Az. I-4 U 225/09.

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