Wenn sich Existenzgründer bei anderen Gründern über notwendige Gründungsformalitäten informieren, wird immer wieder zu einem Geschäftskonto geraten. Doch ist ein separates Konto fürs Geschäftliche eigentlich vorgeschrieben und worauf sollte man bei der Wahl einer geeigneten Bank achten?

Anders als Kapitalgesellschaften,1 sind Einzelunternehmen und Freiberufler nicht dazu verpflichtet, ein Geschäftskonto für den Zahlungsverkehr zu nutzen, es gibt keinerlei gesetzliche Vorschrift diesbezüglich. Bei einigen Banken wird die geschäftliche Nutzung eines privaten Girokontos jedoch in den AGB ausgeschlossen. Solange die Bank nichts dagegen hat, kann also durchaus ein normales Girokonto für den Geschäftsverkehr genutzt werden. Dafür sprechen die deutlich höheren Gebühren bei einem Geschäftskonto: Zusätzlich zu einer monatlichen Grundgebühr von durchschnittlich 5 € bis 15 € werden Gebühren je Buchung von 0,05 € bis 0,75 € erhoben.2 Je nach Anzahl der Buchungen kann dies eine enorme Kostenbelastung bedeuten. Bei einem privaten Girokonto fällt meist nur eine geringe monatliche Grundgebühr an. Ein Geschäftskonto bietet natürlich auch Vorteile, so ist nur bei diesem die Möglichkeit des Lastschrifteinzugs vom Kunden gegeben. Auch die Trennung zwischen privatem und geschäftlichem Konto ist ein wichtiger Aspekt, den insbesondere Existenzgründer in Betracht ziehen sollten. Eine strikte Trennung erleichtert den Überblick und die Buchführung und falls es zu einer Überprüfung durch das Finanzamt kommt, muss nicht der private Zahlungsverkehr offengelegt werden. Diese Trennung wäre natürlich auch durch zwei private Konten gegeben.
Bei der Wahl des optimalen Finanzdienstleisters sollten neben den Kosten noch andere Aspekte in Betracht gezogen werden: Wird ein persönlicher Ansprechpartner benötigt? Sind Bareinzahlungen möglich? Besteht die Möglichkeit zum Lastschrifteinzug? Wird Wert auf Nachhaltigkeit und Transparenz gelegt, so könnte die Ethikbank die richtige Wahl sein. Reine Online-Banken wie die Fidorbank, die Netbank oder die DAB Bank sind sehr kostengünstig, es fehlt jedoch der persönliche Ansprechpartner und Bareinzahlungen sind zumeist nicht möglich.3
Steuerlich abgesetzt werden können Kontoführungsgebühren als „Nebenkosten des Geldverkehrs“, unabhängig davon, ob ein Geschäftskonto oder ein privates Girokonto genutzt wird. Wird jedoch nur ein Konto für private und geschäftliche Zahlungen genutzt, können die Kosten nur anteilig abgesetzt werden.4 Der Kontoauszug fungiert hierbei als Rechnung.5

1 Kapitalgesellschaften müssen ins Handelsregister eingetragen werden, wobei ein Konto angegeben werden muss, auf welchem die Kapitaleinlage hinterlegt ist. Dieses Konto muss auf den Namen der Gesellschaft geführt werden, was nur bei einem Geschäftskonto möglich ist.
2 Vgl. Finanzchef24.de (Hrsg.), Geschäftskonten – Grobvergleich 2015.
3 Bei der DAB bspw. nur in einer Filiale in München.
4 Vgl. § 4 Abs. 4 EStG.
5 Vgl. Bundesministerium für Finanzen (Hrsg.) (2007), § 14 Umsatzsteuergesetz – Kontoauszüge als Rechnung, Az. IV A 5 – S 7280/ 07/0001.

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