Browsing Tag

Label

Papeterie: Beigaben zur Bestellung

Workflow By Mai 3, 2017 Tags: , , , No Comments

Bei der Frage nach der optischen Aufmachung einer Bestellung befrage ich mich als Kundin: Wie erwarte ich eine Bestellung zu erhalten? Und meine Antwort ist wie in so vielen Bereichen: Der Mittelweg ist der Richtige.

Ich erwarte keine super aufwendige Verpackung, keinen bunt beklebten oder schön bestempelten Umschlag, das Produkt muss nicht wunderschön verpackt sein und auch Süßigkeiten oder andere kleine Aufmerksamkeiten empfinde ich als nicht notwendig. Der Umschlag / die Verpackung sollte funktional, sauber und ordentlich sein. Wobei ich auch nichts gegen wiederverwendete Verpackungen habe, aber das Produkt sollte trotzdem gut geschützt sein und die Verpackung sollte insgesamt intakt sein. Die Versandverpackung ist der erste Eindruck, den ihr beim Kunden hinterlasst, dies sollte man immer im Hinterkopf haben. Eine hübsche handgefertigte Verpackung (z.B. ein bestempelter oder beklebter Umschlag) ist zwar hübsch, aber unnötig. Meist wandert die Versandverpackung eh in den Abfall und für den Mehraufwand der Gestaltung werdet ihr nicht vergütet. Viele Kollegen verzichten auch bewusst auf eine Gestaltung des Umschlags, um das Risiko eines Diebstahls auf dem Versandweg zu vermindern.

„Zuviel“ halte ich also nicht für notwendig, doch auch „Zuwenig“ ist nicht gut. Empfange ich ein bestelltes Produkt völlig kommentarlos und ohne Beigabe in einem neutralen Umschlag, dann empfinde ich das als etwas lieblos. Das Mindeste sollte eine Visitenkarte des Labels sein. Diese wirkt für mich wie ein kleiner Gruß und stellt außerdem die Verbindung zwischen euch als Verkäufer und dem Produkt her. Hoffentlich hebt der Käufer die Visitenkarte auf und bestellt bei späterer Gelegenheit wieder bei euch. Wollt ihr den Gruß noch etwas persönlicher gestalten, ist ein Flyer oder eine Danke-Karte die richtige Wahl. Auf solch Karte könnt ihr außerdem einen handschriftlichen Gruß hinzufügen oder auf eine aktuelle Aktion hinweisen. Auch ein Link zu eurer Facebook-Fanpage oder der Hinweis, dass ihr demnächst auf einem Markt in der Heimatstadt des Käufers zugegen seid, wäre denkbar. Hierfür habe ich in der Vergangenheit häufig die Karten aus dem DaWanda-Fanshop verwendet [Link zum DaWanda-Fanshop]. Dort gibt es immer mal wieder wechselnde Designs und verschiedene Motive je nach Anlass und Jahreszeit. Häufig sind die benötigten Produkte in dem Shop jedoch ausverkauft. Zudem ist das Design nicht so ganz meins, es ist mir zu bunt und das DaWanda-Logo empfinde ich als zu präsent auf diesen Karten. Daher habe ich meine eigenen Karten entworfen und gedruckt. Ich habe 2 verschiedene Designs, welche man auch bei mir erwerben kann. Sie sind sehr schlicht und enthalten kein Logo, weshalb sie von jedem Shop genutzt werden können. Die Rückseite ist blanko, so kann ein handschriftlicher Gruß beigefügt werden.

dankeskarte_produktfoto

Als ich mich vor einigen Tagen mal wieder mit der ständig präsenten Problematik beschäftigte, dass Handmade-Produkte häufig nicht als Handmade erkannt werden bzw. dass es vielen Käufern nicht bewusst ist, dass ihr Produkt von Hand gefertigt wurde, habe ich das zweite Karten-Design entwickelt:

danke-karte-2

Share:

Lizenzstoffe

Basiswissen By Oktober 26, 2016 Tags: , , , No Comments

Vor einigen Wochen habe ich mich mit dem Urheberrecht beschäftigt und das Thema der Lizenzstoffe schon kurz angeschnitten, in diesem Beitrag möchte ich noch ein paar Details erläutern.

Bekannte Motive wie bspw. Micky Maus oder Bambi sind urheberrechtlich und markenrechtlich geschützt und dürfen daher nicht ohne entsprechende Lizenz gewerblich weiterverarbeitet werden.1  Der Markenschutz der Motive bezieht sich nicht nur auf Stoffe, auch Geschenkpapier, Postkarten, Servietten, selbst ausgedruckte Bilder etc. unterliegen diesem Schutz. Nachgezeichnete Motive, unabhängig davon ob Änderungen vorgenommen wurden, sind ebenfalls geschützt. Als Richtlinie dient hierbei, ob das Lizenzmotiv in der veränderten Zeichnung zu erkennen ist. Nicht jede Maus, die auf zwei Beinen läuft ist daher abmahngefährdet. Wenn sie jedoch sehr große Ohren hat und eine rote Hose trägt, erinnert sie stark an Micky Maus und fällt daher wieder unter das Schutzrecht. Gleichermaßen sollten fremde Markennamen nicht in der Produktbeschreibung erwähnt werden (z.B. sollte ein Produkt mit dem Motiv einer „normalen“ Maus nicht mit dem Begriff Micky Maus betitelt werden), dies gilt ebenfalls für orthografisch veränderte Worte (z.B. Nicky Naus, Miiiicki Maus). Zusammengefasst: Sobald es sich um ein Lizenzmotiv handelt, darf es ohne Lizenz in keiner Form gewerblich genutzt werden. Stoffe, die keine konkreten Bildmotive abbilden, sondern Muster, können ebenfalls geschützt sein. Hierbei greift das Urheberrechtsgesetz und das Designgesetz.
Bei einigen Motiven ist die gewerbliche Nutzung jedoch in geringem Umfang gestattet (z.B. Verkauf von maximal 10 genähten Kleidungsstücken). Um welche Motive es sich dabei konkret handelt, muss individuell beim Lizenzgeber angefragt werden. Andre vom Blog Rund ums Nähen hat bei einer Reihe von Lizenzgebern nachgefragt und eine entsprechende Liste zusammengestellt, dabei wird ebenfalls die Veröffentlichung von Bildern auf Facebook, Blog und bei eBooks erfasst.2 In einschlägigen Foren findet man weitere Listen und Erfahrungsberichte von anderen Handmade-Gründern, die bei diversen Lizenzgebern nachgefragt haben. Diese Angaben sollten jedoch nur als Richtlinie gelten, rechtssicher könnt ihr nur handeln, wenn beim Lizenzgeber individuell angefragt wird und ihr selbst eine schriftliche Aussage vorweisen könnt. Zu einigen Designern können jedoch auch konkrete Aussagen im Internet gefunden werden. Das Label Hamburger Liebe gibt auf dem hauseigenen Blog bspw. den Nutzungshinweis: „Alle meine Stoffe und Bänder dürfen gern zur Fertigung von Kleinserien und selbstgemachten Einzelstücken verwendet werden, die zum Verkauf bestimmt sind!“3

1 Vgl. §§ 15ff. UrhG. und § 14 MarkenG.
2 Vgl. Oestreich, Andre (2016), Lizenzstoffe: Welche Motive darf ich verwenden? [Letzter Zugriff: 20.10.2016].
3 Vgl. Firmenich, Susanne (2015), Stoffe Fabrics [Letzter Zugriff: 20.10.2016].

Share:

Namensfindung

Erste Schritte By August 24, 2016 Tags: , , , No Comments

Immer wieder lese ich in Foren die Bitte um Hilfe bei der Namensfindung. Sätze wie „Hilfe, mir fällt kein Name ein“ oder „bitte helft mir mal einen Namen für mein Label zu finden“ sind keine Seltenheit. Der Label-Name ist das, was unter anderem als erstes in Erscheinung tritt und euch im besten Fall das ganze Leben lang begleitet. Er sollte daher gut durchdacht und sorgfältig ausgewählt werden. Dies kann ein Prozess über mehrere Tage oder Wochen sein.

Eine Möglichkeit der kreativen Namensfindung ist ein Brainstorming in Form einer Mind Map. Man schreibt hierfür zunächst alle Wörter nieder, die in Bezug auf das eigene Unternehmen einfallen. Bei der Wortwahl gibt es keine Einschränkungen, auch Werte bspw. gehören in eine Mind Map. Wichtig ist dabei, sich keinerlei Grenzen zu setzen, nehmt euch Zeit, Ruhe und viel Papier. Anschließend „spielt“ man mit den Wörtern ein wenig rum, kombiniert sie, ändert die Reihenfolge etc. Meist entsteht so schon eine kleine Auswahl an möglichen Namen. Oft hilft es dann die Map ein paar Tage liegen zu lassen und nach einiger Zeit mit frischen Gedanken sich erneut mit der Namensfindung zu beschäftigen. An dieser Stelle ist es natürlich auch ok, sich ein wenig Input von Außen zu holen. Der Grundgedanke sollte aber dennoch vom Gründer selbst kommen, denn dieser muss sich mit dem Namen identifizieren und hinter ihm stehen.

Ebenfalls problematisch kann es sein, den Namen nach einiger Zeit wieder zu ändern, auch das sehe ich leider viel zu häufig. Eine nachträgliche Namensänderung führt dazu, dass der Internetauftritt und alle Social-Media-Präsenzen umbenannt werden müssen. Visitenkarten und Flyer müssen neu gedruckt werden, so eine Änderung kann also auch erhebliche finanzielle Folgen haben. Für uns als Handmade-Gründer die schlimmste Folge ist jedoch der mögliche Verlust von Kunden. Eure Kunden kennen euch unter einem Namen und wollen sie nun erneut bestellen, finden sie euch vielleicht nicht wieder. Mir erging es aus Kundensicht auch schon einmal so. Ich hatte bei Facebook einen Künstler entdeckt, der wunderschöne Zeichnungen als Postkartendrucke anbot. Nach einiger Zeit entschied ich mich dort Karten zu bestellen, konnte ihn bei Facebook unter dem entsprechenden Namen aber nicht mehr finden. Monate später erblickte ich ihn glücklicherweise auf einem Handmade-Markt in Berlin und stellte fest, dass er sein Label umbenannt hatte. Mich hat er durch diesen Zufall als Kunden behalten, aber wie viele Kunden hat er verloren?
Ist ein guter Name gefunden, so sollte überprüft werden, dass er noch nicht am Markt existiert. Dies kann über eine einfache Internetsuche sowie eine Recherche beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) erfolgen. Beim DPMA kann man einen Label-Namen als Marke eintragen lassen. Ob euer präferierter Name noch nicht von einem anderen Unternehmen registriert wurde, kann via Einsteigerrecherche kontrolliert werden.
Weiterhin ist zu beachten, dass Einzelunternehmer, die nicht ins Handelsregister eingetragen sind (was auf die meisten Handmade-Gründer zutrifft), im Geschäftsverkehr nicht mit ihrem Label-Namen, sondern mit Vor- und Nachname auftreten sollten. Der Label-Name kann jedoch zusätzlich aufgeführt werden. Die gesetzliche Verpflichtung ist diesbezüglich entfallen: „§§ 15a und 15b der Gewerbeordnung wurden durch Artikel 9 Nummer 3 des Dritten Gesetzes zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere in der mittelständischen Wirtschaft (Drittes Mittelstandsentlastungsgesetz) vom 17. März 2009 (BGBl. I S. 550) aufgehoben. Die gesetzliche Verpflichtung […] zur Angabe des Namens und einer ladungsfähigen Adresse im Schriftverkehr sind damit entfallen. Es stellt eine Selbstverständlichkeit dar, […] Namen und Adresse in Geschäftsbriefen mitzuteilen. Eine explizite gesetzliche Verpflichtung dazu ist daher nicht erforderlich.“1 Die Angabe des vollständigen Namens im Impressum ist jedoch gesetzlich in § 5 TMG festgelegt.

1 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Stellungnahme der Bundesregierung zu der Entschließung des Bundesrates zur Verordnung über Informationspflichten für Dienstleistungserbringer 2011.

Share: