Ab und an werde ich von Kunden gefragt, warum meine Versandkosten denn so hoch sind, „das Porto ist doch viel billiger“. Ich fasse solche Anfragen keineswegs böse auf, die meisten Kunden wissen einfach nicht, was neben dem Porto außerdem für Kosten für uns Verkäufer anfallen. Ich versuche den Kunden die berechneten Versandkosten dann möglichst transparent aufzuzeigen, bislang ausnahmslos fanden dies alle Kunden interessant und bedankten sich höflich für die Information. Die folgende Berechnung (siehe Abbildung) könnt ihr euren Kunden gerne ebenfalls zur Verfügung stellen. Im heutigen Beitrag möchte ich euch aufzeigen, was es bei den Versandkosten zu beachten gibt und wie sich meine Versandkosten-Pauschale zusammensetzt.

Die rechtlich korrekte Angabe von Preisen ist im Online-Handel in der Preisangabenverordnung geregelt. In dieser wird auch festgelegt, dass ggf. anfallende Versandkosten transparent aufgezeigt werden müssen. Werden Versandkosten berechnet, so muss angegeben werden, dass der Endpreis mit Hinzurechnung dieser Versandkosten erhoben wird (z.B. „zzgl. Versandkosten),1 dieser Hinweis sollte mit einer Versandkostenübersicht verknüpft sein.2 Fallen keine zusätzlichen Versandkosten an, so muss dies in gleicher Weise dargestellt werden (z.B. „keine Versandkosten“ oder „inkl. Versand“).
Wie hoch die jeweiligen Versandkosten sind, kann individuell vom Verkäufer selbst festgelegt werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Variante ist es, nur das reine Porto zu berechnen und alle weiteren Bestandteile (Verpackung etc.) in den Artikelpreis einzurechnen. Das Angebot eines kostenlosen Versands wäre eine weitere Möglichkeit, dabei werden alle anfallenden Kosten in den Produktpreis einkalkuliert. Ich bevorzuge die Verwendung von Versandkosten-Pauschalen, dabei werden alle Kosten, die mit Verpackung und Versand in Zusammenhang stehen, in diese Pauschale eingerechnet. Ich empfinde diese Variante als am transparentesten, da die Preisbestandteile der Lieferung nicht dem Produktpreis zugerechnet werden, sondern dort erhoben werden, wo sie auch tatsächlich anfallen. In der Abbildung seht ihr eine Beispiel-Berechnung für einen Großbrief. Je nachdem, ob ich im Karton oder im Umschlag versende (dies ist vom Produkt abhängig), ändert sich der Preis, daher bildet meine Pauschale einen Mittelwert aus beiden Varianten. Die Fahrtkosten zur Post habe ich mit 0,00 € angesetzt, da für mich in dieser Hinsicht keine Kosten anfallen. Entstehen bei euch jedoch Kosten (z. B. weil ihr mit dem Auto fahrt), dann solltet ihr diese Kosten ebenfalls einkalkulieren. Weiterhin ist zu erwähnen, dass auch auf Versandkosten Umsatzsteuer abgeführt werden muss (Es sei denn man hat den Kleinunternehmerstatus gemäß § 19), im Porto ist jedoch keine Umsatzsteuer enthalten, es kann daher keine Vorsteuer abgezogen werden.

berechnung_versandkostenpauschale

Zusammenfassend ist zu sagen, dass alle anfallenden Kosten in Bezug auf die Lieferung dem Kunden auferlegt werden, dies kann im Produktpreis oder in den separat aufgeführten Versandkosten geschehen.

1 Vgl. § 1  Abs. 2 PAngV.
2 Vgl. Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 4 EGBGB.

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